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Liebe: Heilende Intimität

Liebe in Zeiten der Quarantäne

Warum die aktuelle Krise in der Welt für manche von uns eine große Chance sein kann

 

Kein anderes Thema beherrscht unsere Gedanken und Gespräche derzeit so sehr wie globale Corona-Pandämie. Für Unzählige von uns werden die kommenden Wochen oder gar Monate zu einer Herausforderung oder gar Zerreißprobe werden. Die Angst vor wirtschaftlichem oder sogar menschlichem Verlust ist vielen von uns aktuell in’s Gesicht geschrieben.

Doch nicht nur wirtschaftlich und gesundheitlich wird es an vielen Stellen eng werden. Auch psychologisch betrachtet kommen auf viele Menschen Entwicklungen zu, die ungeahnte Folgen mit sich bringen werden.

Dieser Artikel beleuchtet die psychologischen Auswirkungen der aktuellen Quarantäne auf Singles, Paare in gemeinsamer Wohnung und Paare in räumlicher Distanz. Sie alle werden die kommenden Wochen emotional sehr unterschiedlich erleben. Jeder dieser drei Gruppen gebe ich in diesem Artikel meine persönlichen wie professionellen Hinweise und Tipps für den Umgang mit den voraussichtlich auf sie zukommenden Schwierigkeiten.

Wer es eilig hat, kommt über die folgenden Links direkt und bequem zu meinen Empfehlungen:

Lektionen in Demut… Quarantäne als Wachstumschance für Singles

Auf Gedeih und Verderb… Quarantäne als Wachstumschance für Paare (in gemeinsamem Kokon)

Ich will dich spüren… Quarantäne als Wachstumschance für Paare (in getrennten Kokons)

Darüber hinaus verlinke ich in diesem Text eine Reihe älterer Artikel, deren Inhalte und Sichtweisen sehr hilfreich sein können, die anstehenden Herausforderungen richtig einzuschätzen und diesen auf eine ebenso zielführende wie pragmatische Weise zu begegnen. Eine Übersicht der verlinkten Artikel findet ihr ganz am Ende dieses Textes (Abkürzung zur Linkübersicht).

Für diejenigen, die Lust haben auf das ganze Bild, geht es hier weiter:

 

Liebe in Zeiten der Quarantäne

„Das Ziel weicht ständig vor uns zurück.
Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen.
Ganzer Einsatz ist ganzer Erfolg.“
Mahatma Gandhi

Na sowas aber auch…! Da hat’s uns alle gerade offenbar ganz schön kalt erwischt. Urplötzlich hält, so scheint es, die ganze Welt den Atem an. Schulen, Behörden und Geschäfte bleiben geschlossen. Fließbänder und Zahnräder stehen still.

Unerwartet und unvorbereitet sind manche von uns nun den ganzen Tag über mit ihren Liebsten zusammen. Oder wen sie halt so nennen. Für andere bedeutet „social distancing“, dass sie auf einmal den ganzen Tag lang ohne Ablenkung konfrontiert sind mit … sich selbst.

Corona mag für die meisten von uns zwar keine akute Gefahr für Leib und Leben sein. Dennoch wird die Phase der sozialen Isolation über kurz oder lang für viele von uns Veränderungen mit sich bringen, deren Auswirkungen sich bislang nur schwer abschätzen lassen.

Wagen wir ein paar…

Valide Prognosen

„Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist,
sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren,
sondern mit Weisheit zu ertragen.“
Charles Dickens

Wenn ich in in den letzten Tagen mit Freunden oder Kollegen (jeweils m/w/d) telefonierte, bot ich diesen eine kleine, augenzwinkernde Wette an. Diese lautet: „Wetten, dass wir es in den kommenden sechs Monaten mit einem signifikanten Anstieg der Schwangerschafts- und Scheidungszahlen zu tun bekommen?“ Bislang zumindest hat noch niemand diese Wette angenommen und dagegen gehalten.

Auch wenn diese Prognose in meinen Gesprächen oft zu einem Schmunzeln führt, ist ihr Hintergrund alles andere als lustig. Das, was gerade passiert, ist ein globales psychologisches Experiment erster Güte. Die Wochen der Quarantäne, an deren Anfang wir gerade erst stehen, werden voraussichtlich für viele Menschen mit großen Herausforderungen verbunden sein, selbst wenn es in ihrem näheren Umfeld keine Toten zu beklagen geben wird.

Was wird passieren?

Die einzige Möglichkeit, die wir haben, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und damit einen Kollaps unseres Gesundheitssystems zu vermeiden, besteht darin, unsere sozialen Kontakte über Wochen oder gar Monate auf ein radikales Mindestmaß zu reduzieren. Das bedeutet, dass wir in der kommenden Zeit sehr viel zuhause sein werden, wahlweise allein, mit unserem Liebespartner oder unserer Familie. Dies wird viele von uns unvorbereitet mit Situationen konfrontieren, die wir bislang um jeden Preis der Welt zu vermeiden suchten. Das wird für manche/n womöglich ganz schön holperig werden.

Denn es ist ja nicht so, dass uns unser Leben bislang auf diese Art von Grenzerfahrung besonders gut vorbereitet hätte…

Ein kurzer Ausflug in die Vogelperspektive

„Dass man Liebe mit Geld nicht kaufen kann,
glaubt man erst dann, wenn man genug Geld hat.“
Jack Nicholson

Wir alle, wer auch immer wir sind, wurden geprägt durch die Weltsicht, das Wertesystem und nicht zuletzt das Vokabular des Kapitalismus. Dies bedeutet, wir ordnen unsere Welt in „Nehmen“ und „Geben“, in „Gewinnen“ oder „Verlieren“, wir glauben an „Konkurrenz“, an „Deals“ und die stetige Möglichkeit zur „Manipulation“ der „Umstände“.

Wem der vorgenannte Blick auf die Welt alternativlos erscheint, der stelle sich kurz eine Kultur vor, die stattdessen „Schenken“ und „Empfangen“ ehrt, „Synergieeffekte“ und „Solidarität“, die an „Kooperation“ glaubt, an „Integrität“ und an Gelegenheiten zu „aufrichtiger Begegnung“…

Du findest, das klingt wie Gänseblümchen-Hippie-Scheiß?! Bitte verzeih…! Das ist mir an dieser Stelle gerade mal ein bisschen egal. Denn dieser Gänseblümchen-Hippie-Scheiß ist genau die Art von Denken, die uns meines Erachtens in dieser Zeit ziemlich dringend fehlt.

Darüber hinaus setzt unser (kapitalistisches) Verständnis der Welt, damit die Welt nach seinen Gesetzen „funktionieren“ (sic!) kann, zwingend voraus, dass Menschen Dinge konsumieren, die bei zweifelhaftem Nutzen Schäden für Gesundheit, Umwelt oder Psyche nach sich ziehen. Unser bisher vorherrschendes Wirtschaftssystem braucht, damit es sich am Leben erhält, zwingend Menschen in materiellem wie emotionalem Mangel. Erstere ergeben billige Arbeitskräfte, zweitere konsumieren Güter, deren Bereitstellung billige Arbeitskräfte benötigt. Ein fein abgestimmtes Räderwerk, solange nichts dazwischen kommt. Selbstverständlich ist dieses Wirtschaftssystem darauf ausgelegt, den Geldfluss nicht gleichmäßig auszuschütten, sondern an verschiedenen Stellen zu akkumulieren. Dadurch fehlt dieses Geld an anderen Stellen, was über Bande immer neue Notlagen und dadurch billige Arbeitskräfte produziert.

Die vielfältig gravierenden Auswirkungen dieser Lebensweise auf unsere körperliche wie psychische Gesundheit, auf die Umwelt und das Weltklima, auf Armut und bewaffnete Konflikte in der Welt, sollen hier nicht Thema sein. Wohl jedoch Folgendes:

Wir schicken gerade Milliarden von Menschen in Isolation mit sich selbst, ihren Liebespartnern oder Familien, umgeben von einer Medienlandschaft, die gar nicht anders kann, als Ängste zu schüren. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Menschen hat bislang niemals gelernt, mit Gefühlen, ihren eigenen oder denen anderer Menschen, auf eine annehmende, empathische Art und Weise umzugehen. Diese Fertigkeiten und Fähigkeiten spielten in der Welt, in der wir vor Corona lebten, schlicht keine besonders große Rolle. Stattdessen wurde uns beigebracht, Gefühle, unsere eigenen wie die unserer Mitmenschen, so lange zu ignorieren, zu unterdrücken oder zu kaschieren, bis diese uns schließlich unkontrolliert um die Ohren fliegen.

Genau dies wird, das ist sehr absehbar, in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten in immer mehr Haushalten passieren.

Einen Teil dieser Menschen werfen wir nun ohne jede Ablenkung und auf sich allein gestellt auf sich selbst zurück. Den anderen Teil bringen wir derart nah in Kontakt mit seinen Nächsten, dass die Nerven von Tag zu Tag blanker liegen und über kurz oder lang alles auf den Tisch kommen wird, was bislang unterdrückt, verdrängt oder kaschiert worden war.

Psychologisch betrachtet ist das, was sich hier anbahnt, hochspannend. Persönlich gesehen werden die kommenden Wochen potenziell für viele Menschen zu einigen sehr schmerzhaften Erfahrungen führen.

Anmerkung: Es wird oft und gerne behauptet, die Welt, in der wir bis hierhin lebten, wäre eine männerdominierte Welt gewesen. Von vielen Seiten her hörte ich Menschen zornig über das „Patriarchat“ sprechen. So mancher Mann in so manchem Land hat noch so manche bittere Kröte zu schlucken. Dennoch ist die Geschlechterpräferenz vieler Kulturen nicht mehr als der schartige Rost auf der Oberfläche unseres Systems. Dahinter steht ein Denken, das einseitig und verbissen auf eine Kraft setzt, die in den asiatischen Philosophien „Yang“ genannt wird.

Yang setzt sich Ziele und verfolgt sie. Yang kontrolliert die Welt. Yang überwindet Hindernisse, besiegt Gegner (m / w / d) und erreicht, was es sich vorgenommen hat. Millionen auf Yang gepolte Menschen erleben nun eine Situation, in der über Tage, Wochen, vielleicht Monate von ihnen genau das Gegenteil von dem gefordert ist, was sie bislang als alternativlosen Umgang mit der Welt und sich selbst gelernt hatten.

Die Gegenkraft zu „Yang“ wird „Yin“ genannt. Yin ist einfühlsam und impulsiv. Yin ist mit allen Menschen und der Natur verbunden. So wie Yang es uns ermöglicht, die Dinge anzupacken und zu ändern, die uns nicht gefallen oder gut tun, so bringt uns Yin in Kontakt mit der Fähigkeit, diejenigen Dinge oder Umstände anzunehmen, die wir nicht ändern können. Diese Kraft des Annehmens und des Mitgefühl miteinander und uns selbst hatte in unserer Kultur bislang keinen besonders guten Ruf oder Stand. Nicht zuletzt deshalb sieht die Welt so aus, wie sie ist.

Annehmen, was wir nicht ändern können, jedoch ist etwas, was viele von uns in der kommenden Zeit voraussichtlich oft werden üben dürfen oder müssen. Die Einsamkeit, Konflikte, leere Regale, Überforderung, Sehnsucht, Angst, Frustration, Ärger und andere Gefühle – und manche von uns sogar den Tod…

Ich erhöhe bitteren Herzens…

„Wagen wir, die Dinge
zu sehen, wie sie sind.“
Albert Schweitzer

Es heißt, eine Liebesbeziehung sei die kleinste und intensivste Therapiegruppe der Welt. Nun setzen wir also auf Schlag ganz viele von diesen Inkubatoren auf Isolation nach außen und auf Dauerkontakt nach innen. Was glauben wir wohl, wird als nächstes passieren?

Bislang steht die Wette, dass die Zahl der Schwangerschaften ebenso wie die der Scheidungen ansteigen wird. Weil die Liebes- und/oder Beziehungspartner wieder Zeit haben für guten Sex und liebevolle Gespräche. Aber leider halt allzu oft keine Ahnung davon haben, wie das eine oder das andere geht. Das wird Frust erzeugen, der nach einem Kanal suchen wird, sich zu entladen.

Ein bedeutender Anteil der Ehen und Liebesbeziehungen in unserem Lande fußt nicht auf Wohlwollen und Lust an der gegenseitigen Unterstützung, sondern auf gewohnheitsmäßiger gegenseitiger Täuschung und Manipulation. Im Grunde wissen wir das alle. Viele von uns können sich bislang überhaupt nicht vorstellen, dass eine Liebesbeziehung überhaupt auf Aufrichtigkeit, gegenseitigem Wohlwollen und Augenhöhe aufgebaut sein könnte. Für diese Art des Miteinanders gibt es bislang schlicht viel zu wenige glaubhafte Vorbilder in unserer Kultur.

Diese Art von Beziehungsverständnis, so verbreitet sie bei uns auch sein mag, ist für die meisten nur in wohldosierten Dosen ertäglich. Diese Art von Ehen oder Lebensabschnittsbeziehungen ist geradezu darauf angewiesen, dass die „Liebenden“ einander die meiste Zeit des Tages aus dem Weg gehen. Die Quarantäne allerdings, deren Anfang wir gerade erst erleben, wird viele Liebespartner unausweichlich sehr intensiv miteinander in Kontakt bringen.

Manche Paare werden die Zeit der gemeinsamen Isolation als eine wundervolle Chance begreifen, ihre Liebe und Partnerschaft zu vertiefen und sich gemeinsam neue Spielarten des liebevollen Miteinanders zu erschließen. An anderen Orten werden seit Jahren zitternde Kartenhäuser schließlich in sich zusammenbrechen, mal mit, mal ohne dramatisches Getöse.

Streamingdienstleister aus der Entertainment- sowie der Porno-Branche feiern Zugriffszahlen, die ihnen Freudentränen in die Augen treiben. Auch Versanddienste für Lustspielzeuge haben in den kommenden Wochen sehr gut zu tun.

Die Quarantäne, die wir gerade durchlaufen, nimmt uns trotzdem, schleichend, nach und nach alle Möglichkeiten, uns von uns selbst abzulenken. Irgendwann ist auch die letzte Serie gebinged, die letzte Fuge verputzt, die letzte Schublade und das letzte Regal sortiert. Plötzlich, und ohne dass uns dies jemand beigebracht hätte, sind wir konfrontiert mit uns selbst und unserem wahren, wirklichen Leben.

Wer Freunde hat, telefoniert mit ihnen. Das ist zwar körperlich nicht so nah wie gewohnt, aber da in dieser Zeit viele von uns unübersehbar konfrontiert sind mit unbequemen Gefühlen, haben diese Gespräche oft eine größere Tiefe als jemals zuvor. Unser Bedürfnis nach Verbundenheit macht die höhere räumliche Distanz durch eine erhöhte Bereitschaft zu emotionaler Intimität wett. Woanders stellen Menschen fest, dass sie außer mit ihren Arbeitskolleginnen und Kollegen so gut wie mit keinem Menschen sprechen. Und die und deren Leben interessieren einen halt genausowenig wie jene sich für das eigene.

Das Schmerzhafte an der Strategie der sozialen Distanzierung ist nicht, dass dadurch die Einsamkeit zunehmen würde. Sie wird lediglich nicht mehr so leicht zu übersehen sein, zu verdrängen oder zu kaschieren.

Wir werden es daher auch mit einem sprunghaften Anstieg im Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen zu tun bekommen. Neben Scheidungen werden auch die Zahlen für Suizide und Fälle partnerschaftlicher oder familiärer Gewalt sichtbar zunehmen. Allzumeist wird diese von Männern ausgehen. Allzumeist werden Frauen und Kinder ihre Opfer sein. Nein, das ist nicht schön. Aber es wird passieren.

Wagen wir, die Dinge so zu sehen, wie sie sind: Wenn der Zustand der Quarantäne erst über mehrere Wochen andauert, dann werden viele von uns an einander und/oder sich selbst Seiten entdecken, mit denen sie niemals gerechnet hätten.

Das vor uns liegende Stück Weg wird also voraussichtlich für viele ein kleines bisschen rumpelig. Das bedeutet allerdings nicht, dass es uns nicht möglich wäre, diese Situation als Chance zu nutzen.

Wir könnten es so sehen, dass die Quarantäne uns allein, als Paare oder Familien in lauter kleine Kokons einspinnt. Ob wir diesen dafür nutzen, um darin uns selbst oder einander aufzufressen, oder dafür, uns selbst oder miteinander weiterzuentwickeln, liegt nun ganz in unserer Hand.

Wenn die Dinge ohnehin in Bewegung sind, lassen sich diese auch lenken. Zumindest ist das viel leichter, als Zustände, die seit Jahren oder Jahrzehnten erstarrt sind, aus dieser Stasis heraus in Bewegung und Veränderung zu bringen.

Lektionen in Demut…
Quarantäne als Wachstumschance für Singles

„Jedwede Kreatur hat einen Urtrieb
nach liebender Umarmung.“
Hildegard von Bingen

Wer heute, zu Beginn der Quarantänezeit, Single ist, der wird es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bis zu ihrem Ende bleiben. In einer Zeit, in der auf substanzieller Ebene so viel Unklarheit herrscht, so viel Orientierungslosigkeit, Sorge und Angst, sind wenige Menschen geneigt, langfristig bindende Entscheidungen zu treffen. Wie auch? Keine/r von uns weiß, wie die Welt und unser Leben aussehen wird, wenn diese Pandämie überstanden ist.

Solltest du selbst Single sein und über diesen Umstand wenig glücklich, dann rate ich dir: Lass alle Hoffnung fahren, und das lieber heute als morgen. Dieser Zustand (das Singledasein) wird sich definitiv noch über Wochen oder gar Monate halten. Selbst wenn da draußen noch so viele Menschen ebenso einsam sind wie du, wie solltest du davon erfahren, und wo solltest du ihnen begegnen? Natürlich kannst du weiterhin mit Tinder spielen. Aber wie verlockend ist das, wenn es keine Chance gibt, die Person(en) deines Interesses oder Geschmacks auch live zu treffen?

Wer derzeit nicht damit beschäftigt ist, dieses Land am Laufen zu halten, ist jetzt sehr mit sich selbst konfrontiert. Wer immer mal die Gelegenheit haben wollte, Netflix und Co ganz ungehemmt von oben nach unten durchzubingen, wird bald feststellen, dass da gar nicht so vieles ist, was zu Bingen sich überhaupt lohnen würde.

Suche dir eine Beschäftigung, die dir wirklich Freude bereitet und dich mit Energie und guter Laune auflädt! Renoviere deine Wohnung, lerne eine Sprache oder ein Instrument, schreibe Gedichte, male oder meditiere. Nutze diese Zeit, um herauszufinden, welche Tätigkeiten dir gut tun und Freude bereiten. Es ist gut möglich, dass diese Tätigkeiten, welche auch immer dies sein mögen, nicht nur dir gut tun, sondern Talente zum Ausdruck bringen, die auch anderen Menschen gut gefallen oder gar nützen.

Wenn du schon nicht verhindern kannst, dass du ständig mit dir selbst konfrontiert bist, dann nutze dies als eine Chance, dich selbst wirklich kennenzulernen – bestenfalls sogar dafür, mit dir selbst Freundschaft zu schließen.

An dieser Stelle lege ich dir warm mein Verständnis von der Psyche als Plural ans Herz. Wer lernt, sich selbst differenzierter wahrzunehmen, hat die Gelegenheit, sich selbst differenzierter kennen zu lernen. Und festzustellen, was ich auch meinen Klienten beibringe: Dass es in unserer Psyche nichts gibt, dass nicht zutiefst wertvoll und liebenswert wäre, wenn wir nur erst gelernt haben, uns selbst mit Liebe und Neugier zu begegnen. [Ihr findet diese Perspektive auf meiner Seite unter der Überschrift: „Wer ist ‚ich‘?! (‚Der fliegende Holländer‘)“]

Setze dich aktiv und bewusst mit deinem Leben auseinander! Erkenne, dass alles, was du besitzt oder tust, nicht um seiner selbst wertvoll wäre, sondern immer dazu dient, über Bande deine existenziellen Bedürfnisse zu erfüllen. Je besser du deine Bedürfnisse kennst und die Strategien, die du bislang gewohnheitsmäßig nutzt, um diese zu nähren, desto leichter wird es dir fallen, zu erkennen, dass es hierfür immer auch andere Wege gibt als die, die du bislang nutzt. Wenn du bislang noch keine Idee davon hast, welche Bedürfnisse überhaupt in deinem Leben und Streben eine besondere Bedeutung spielen, dann wirf gerne einen Blick in meinen Grundsatzartikel über „Die psychischen Grundbedürfnisse des Menschen“.

Lerne deine Gefühle und Emotionen kennen! Mit diesen wirst du höchstwahrscheinlich in den kommenden Wochen oder Monaten unausweichlich immer wieder konfrontiert sein. Je besser du verstehst, welcher evolutionäre Zweck hinter unseren Gefühlen steckt, desto leichter wird es dir gelingen, sie anzunehmen und, mit ein wenig Übung, sogar darauf Einfluss zu nehmen, mit welchem Gefühl du auf eine aktuelle Erfahrung reagierst, und wie stark. Auch hierfür biete ich dir eine Handreichung an. Sie lautet: „Klüger fühlen“.

Gerade wenn du deine Freunde und Vertrauten derzeit nur noch selten oder gar nicht treffen kannst, suche aktiv jenen Kontakt zu ihnen, der derzeit unbedenklich möglich ist. Rufe sie an. Schreibe ihnen eine Nachricht. Zeige ihnen, dass du dich für sie interessierst und sie dir wichtig sind. Viele Menschen in meinem Umfeld berichten darüber, dass ihre Gespräche am Telefon oder über Videochat mit zunehmender sozialer Isolierung eine ungeahnte Tiefe bekommen. Da wir uns körperlich fern sein müssen, scheint es, sind viele von uns bereiter denn je für emotionale Ehrlichkeit und Intimität. Vielleicht birgt auch für dich diese Zeit eine Chance in sich, Freundschaften und andere Beziehungen in deinem Leben auf ein ganz neues Fundament der Integrität und Echtheit zu stellen.

Vielleicht nutzt du die Zeit in deinem kleinen Kokon auch dafür, dich liebevoll mit deiner Sexualität auseinanderzusetzen. Der Mangel, den du auf dieser Ebene möglicherweise spüren wirst, ist, auch wenn es sich nicht so anfühlen mag, ein verdammt gutes Zeichen. Dieser Mangel nämlich, ebenso wie die Grimmigkeit oder Traurigkeit, die du darüber empfindest, weisen dich darauf hin, dass dein Verlangen nach Sinnlichkeit und Sexualität tief in dir drin niemals ganz gestorben war. Unterdrücke deine Sehnsüchte nicht, sondern heiße sie willkommen. Finde Wege und Gelegenheiten, sie zu ehren und von ganzem Herzen zu genießen. Lerne, zu masturbieren, wie es dir wirklich gut gefällt. Sollten bei diesem Thema Hemmungen aufkommen bei dir, dann enthält vielleicht dieser Text Inspirationen oder Ideen für dich. Er heißt: „Go fuck yourself! Wir brauchen eine neue Masturbationskultur!“.

Stelle dir vor, du wärest mit dir selbst auf einer einsamen Insel gestrandet, und dies ohne Aussicht auf Rettung bis zum Ende aller Tage. Wäre es da nicht besser, möglichst frühzeitig Freundschaft zu schließen und die verbleibende Zeit danach dafür zu nutzen, einander zu helfen und gut zu tun?

Die Wahrheit ist: Wir alle sind mit uns selbst auf dieser Insel. Nur dass wir es durch all die Ablenkungen, die wir in unserem Alltag eingerichtet hatten, bislang vielleicht nie gemerkt haben.

Auf Gedeih und Verderb…
Quarantäne als Wachstumschance für Paare
(in gemeinsamem Kokon)

„Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern,
die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen,
denen du dich aufgeopfert hast.“
George Bernard Shaw

So…! Ihr zwei behauptet also, ihr seid ein Paar? Dann schließen wir euch jetzt mal für ein paar Wochen miteinander ein und schauen, was passiert, wenn ihr einander und euch selbst für eine Weile nicht aus dem Wege gehen könnt.

Ob ihr ein Haus mit Garten habt oder eine Zweizimmerwohnung ohne Balkon, ob ihr Kinder habt oder nicht, ob monogam oder polyamor, die Zeit, die vor uns liegt, wird euch sehr wahrscheinlich ganz gehörig miteinander konfrontieren.

Manche Paare werden die Quarantäne als eine Zeit der Fülle und Freude wahrnehmen, werden die Tiefe, die sie jetzt bereits miteinander haben, weiter ausbauen, sich gegenseitig stützen und gut tun. Wer schon vor der Krise ein erfülltes Liebes- und Sexualleben hatte, der wird auf die weltweite Corona-Krise zurückblicken als eine Zeit, in der die gemeinsame Lust und Sinnlichkeit immer neue Spielarten und Facetten gewann. In vielen deutschen Ehen und Liebesbeziehungen sind die Voraussetzungen leider weniger glücklich.

Alle Hinweise, die ich den Singles gab, sich ernsthaft auseinanderzusetzen mit ihren Gefühlen, ihren Bedürfnissen und ihrer Psyche, gelten für diejenigen, die diese Quarantäne gemeinsam als Paar oder Familie verbringen, unterstrichen mit drei Ausrufungszeichen!!!

Macht euch keine Illusionen! Draußen vor den Fenstern und draußen in den Medien liegen vielerorts die Nerven blank. Wir alle sind angespannt, und diese Anspannung ist sozial ebenso ansteckend wie Lächeln oder Gähnen. Das bedeutet, dass wir alle in den kommenden Wochen permanent mit einer gewissen Dosis an Adrenalin im Blut unterwegs sein werden. Wir alle sind emotionaler Zunder. Oft reicht ein winziger Funke, und wir erhalten ein Feuer oder eine Explosion. Je besser ihr versteht, was es mit euren Gefühlen auf sich hat, und welche Bedürfnisse dahinter stecken, desto leichter seid ihr in der Lage, auf die Gefühle, mit denen ihr es zu tun bekommen werdet, auf eine wohlwollende und bestenfalls sogar nützliche Weise zu reagieren.

Richtet euch darauf ein: Die Nähe, die ihr in den kommenden Wochen unausweichlich miteinander verbringen werdet, wird, verbunden mit dem permanenten Summen des Adrenalins in eurem Blutkreislauf, über kurz oder lang dazu führen, dass all eure Geheimnisse, Täuschungs- und Manipulationsmanöver auffliegen werden. Wir alle werden so roh, so pur miteinander und mit uns selbst und einander konfrontiert sein, dass alles, was wir vorher sorgsam vor dem anderen (oder vor uns selbst) versteckt haben, schließlich unübersehbar auf dem Tisch landen wird.

In Anbetracht dieser Vorausschau rate ich euch dringend: Nutzt die anstehende Unausweichlichkeit der Wahrheit dazu, euch selbst und einander ganz bewusst ein neues Commitment der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu geben. Wenn ohnehin alles auffliegen wird, dann ist das, was noch einen Unterschied macht, die Frage, wie und durch wen das, was offenbart wird, zur Sprache kommt. Nutzt diese Zeit dazu, euch einander (vielleicht zum ersten Mal) ohne alle Masken oder Schminke zu zeigen. Seid wirklich aufrichtig mit euch selbst und miteinander.

Sollte die Beziehung, die ihr miteinander führt, dies nicht aushalten, dann reiht euch vorfreudig ein in das Heer der neuen Singles, das in den kommenden Wochen ebenfalls entstehen wird. Die Chancen sind gut, dass es im Herbst eine Menge Auswahl geben wird an Menschen, die über Jahre oder gar Jahrzehnte Dinge und Zustände ausgehalten haben, die ihnen ihre Kraft und Lebendigkeit entzogen haben. Diese Menschen werden hungrig danach sein, liebevoll gesehen und berührt zu werden. Hier warten unter Umständen Erfahrungen auf euch, die den Schmerz der anstehenden Veränderung möglicherweise mehr als wert gewesen sein werden.

Umso mehr gilt dies für jene Paare, die sich wirklich ein Herz nehmen und damit beginnen, sich einander voll und ganz zu zeigen. Diese Paare werden miteinander neue Tiefen und Horizonte entdecken, die ihrer Beziehung zueinander einen völlig neuen Glanz verleiht. Sehr wahrscheinlich werden auch diese Paare zunächst ein paar scharfe emotionale Klippen zu umschiffen haben. Schließlich haben die wenigsten von uns je gelernt, einander mit echter Aufrichtigkeit und Augenhöhe zu begegnen. Allerdings ist auch dies, wie so vieles, nicht zuletzt eine Sache von Übung und Erfahrung. Wer in seinem oder ihrem Leben bereits die Herausforderung gemeistert hat, unfallfrei Fahrrad zu fahren, der kann auch die Lektionen der Liebe auf Augenhöhe mit ein wenig Beharrlichkeit und Übung lernen.

Da ihr es ohnehin mit den Grundfesten eurer Beziehung zueinander zu tun bekommen werdet, nutzt dies als Chance, diese Grundfesten einer wirklich substanziellen Betrachtung zu unterziehen.

Fragt euch: Was genau ist das Fundament unserer Partnerschaft? Was sind unsere gemeinsamen Werte? Was steht ganz oben auf unserer gemeinsamen Prioritätenliste? Wie stehen wir zueinander und zu dem, was zwischen uns ist?

Diese Fragen spielen in meiner Arbeit immer wieder eine große Rolle. Daher gebe ich meinen Klienten hierzu Texte an die Hand, die ihnen dabei helfen, sich auszurichten und eine klare Position einzunehmen.

Folgende Perspektiven lege ich dir oder euch für euren gemeinsamen Weg in die Tiefe an’s Herz:

Das Kabinett der Grausamkeiten – Wenn Liebe zum Machtkampf wird

Liebe auf Augenhöhe: 7 Entscheidungen für eine neue Dimension von Partnerschaft

Beziehung oder Partnerschaft?

Ebenso wie den Singles gebe ich euch den Tipp, euch in dieser Zeit ganz bewusst mit eurer jeweiligen und gemeinsamen Sexualität auseinanderzusetzen. Nutzt die Quarantäne als Chance, zu erkennen, wie wenig ihr auf dieser Ebene möglicherweise bislang für das eingetreten seid, was euch wirklich gut tut und gefällt. Sprecht offen und aufrecht über das, was ihr euch wünscht, wonach ihr euch sehnt oder was euch sonstwie irgendwie reizt. Ladet einander dazu ein, euch alles zu zeigen, was euch dabei helfen kann, die Zeit, die ihr ohnehin miteinander auf engstem Raum verbringen werdet, zu einer möglichst lustvollen oder vergnüglichen Zeit zu machen.

Falls ihr noch keine Vorstellung davon habt, was euch selbst und miteinander auf sexueller Ebene noch an Luft nach oben offen sein könnte, dann werft gerne einen Blick auf das, was ich über „Die 5 Stufen unserer sexuellen Entwicklung“ schreibe. Auch „Marias Geschichte“ könnte an dieser Stelle äußerst spannende Impulse enthalten.

Vielleicht ist die Zeit, die vor uns und euch liegt, auch eine gute, um sich der Frage zu stellen: „Bin ich eigentlich ’sexpositiv‘?“.

Für eine noch umfassendere (und offenbar an manchen Stellen recht amüsante) Perspektive auf „die Sache mit dem Sex“ empfehle ich euch natürlich auch hier noch einmal meine kleine Streitschrift, die im vergangenen Frühling in die Buchhandlungen kam und seither offenbar vielen Menschen große Freude bereitet. Es trägt den Titel: „Untervögelt – Macht zu wenig (guter!) Sex uns hässlich, krank und dumm?“.

Geht besser davon aus, dass der Zustand der Isolation noch eine ganze Weile anhalten wird. Vieles von dem, was ihr schon jetzt an sonderbaren Verhaltensweisen an euch selbst oder aneinander beobachtet, wird in den kommenden Tagen, Wochen oder gar Monaten höchstwahrscheinlich noch erheblich drastischer sichtbar werden.

Nehmt dies als Warnung oder Tipp: In euren Kokons wird es in der Zeit, die kommt, entweder nur Gewinner geben oder nur Verlierer. Dieses „Beziehungs-Gesetz“ gilt zwar auch sonst, bislang aber ließ sich dieser Umstand für viele nur allzuleicht übersehen. Das wird sich in den kommenden Wochen ändern. Nutzt die Kenntnis der Nur-Gewinner-oder-nur-Verlierer-Regel für euch und eure Liebe und macht euch miteinander eine richtig schöne Zeit!

Ich will dich spüren…
Quarantäne als Wachstumschance für Paare
(in getrennten Kokons)

„Wer Geduld sagt, sagt
Mut, Ausdauer, Kraft.“
Marie von Ebner-Eschenbach

Wie grausam es für euch sein muss, einander sehen und hören zu können, aber nicht berühren! Es ist einfach nicht dasselbe, wenn man am Telefon oder aus einer Zoom-Konferenz heraus umarmt wird, gestreichelt oder geküsst, als wenn dies wirklich und wahrhaftig im echten Leben passiert. Vielen Menschen geht es in dieser Quarantäne gerade genauso wie euch.

Getrennte Paare erleben die Zeit der Isolation als eine Mischung aus Singledasein und gemeinsamem Leben. Je nach Pärchen jedoch vereinen sie in ihrer Beziehung wahlweise die schlechtesten oder aber die besten Aspekte dieser beiden Welten.

Auch für euch gelten die gleichen Tipps in Sachen „Gefühle“, „Bedürfnisse“ und „Plural der Psyche“. Wie alle anderen werdet auch ihr immer wieder mit Gefühlen oder Wünschen konfrontiert sein, die für euch eine Herausforderung sind. Je besser ihr euch in diesen Gewässern auskennt, desto bewusster und aktiver könnt ihr darin navigieren.

Möglicherweise seid ihr euch, ob der schon seit Längerem bestehenden räumlichen Distanz, längst im Klaren darüber, wie wichtig und wertvoll die Fähigkeit zu liebevoller und offener Kommunikation für euch ist. Wer dies bereits verinnerlicht und verankert hat, hat derzeit gute Bedingungen dafür, dass die eigene Liebesbeziehung oder -partnerschaft während der Zeit der Quarantäne an wertvoller Substanz und Qualität gewinnt.

Doch auch eure Gespräche werden anstrengender werden. Die Unklarheiten und Ängste, die viele Menschen bedrücken, werden auch an euch nicht spurlos vorübergehen. Übt euch ihr euch darin, einander immer wieder liebevoll und wohlwollend zu begegnen. Ebenso wie euch selbst. Werft einander eure eigenen oder gegenseitigen Gefühle weder vor noch vor die Füße, sondern erkennt sie als eine Herausforderung für euch beide und als eine Gelegenheit, einander liebevolle Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Vielleicht kann dieses Bonbon euch dabei behilflich sein, die Schwere und Verkopftheit, die sich immer wieder in eure Begegnungen einschleichen werden, ganz bewusst mit ein paar Champagnerperlen aufzusprudeln. Es trägt den Titel: „Dirty Talk – Die Intimität des Unverschämten“.

Wachstumsstützen und -dünger

„Alles, was gegen die Natur ist,
hat auf die Dauer keinen Bestand.“
Charles Darwin

Vergessen wir nie: Der Mensch ist ein evolutionär entstandenes Wesen. Zwar ist unser Geist und Verhalten ganz erstaunlich formbar, doch es gibt Grenzen. Das Wort „artgerecht“ lässt sich ebenso auf Nutzvieh anwenden wie auf uns selbst.

Die Evolution, in ihrer Güte oder Grausamkeit, hat uns darauf programmiert, als soziale Wesen miteinander zu interagieren und zu kooperieren. Das ist es, was uns wirklich glänzen lässt. Wenn wir kooperieren, dann wird Unmögliches möglich, Mögliches wird leicht und Leichtes wird elegant. Wenn wir kooperieren, werden Synergieeffekte möglich und seltsam glückliche Zufälle nehmen ihren Lauf.

Die Quarantäne, die wir derzeit einhalten, hält uns davon ab, einander anzufassen, aber sie hält uns nicht davon ab, miteinander mitzufühlen und zu kooperieren. Dies kann dadurch passieren, dass wir einander den Einkauf abnehmen oder die Kinder, dadurch, dass wir einander online Dinge beibringen oder dadurch, dass wir füreinander da sind und einander zuhören.

Bildet liebevolle Unterstützerkreise! Die Situation, die wir gerade erleben, ist für uns alle neu, und viele von uns stellt sie vor große Herausforderungen. Erlaubt anderen ebenso wie euch selbst, von den aktuellen Ereignissen überfordert zu sein. Sprecht mit Freunden und Freundinnen über eure Lage, über eure Gedanken und über eure Gefühle. Zeigt euch diesen Freunden ganz ehrlich und erlaubt auch ihnen, sich euch ohne Masken oder Schminke zu zeigen. Selbst wenn uns keiner unserer Freunde in unseren Problemen oder Sorgen faktisch helfen kann, so nimmt allein die Tatsache, dass wir unsere Gefühle und Gedanken teilen, eine Menge von ihrem Druck. „Beistand“ ist eine Superheldenfähigkeit. Wer diese hat und zum Einsatz bringt, kann Anderen in dieser Krise Halt und Stütze sein.

Ein letzter Tipp:

Bevor euch eure Gedanken, Gefühle oder Konflikte aus der Bahn werfen, holt euch Profi-Support! Viele meiner Kolleginnen und Kollegen bieten wie ich auch während der Quarantäne unsere Dienste als Berater, als Begleiter oder Mentoren an. Wer lange als Liebes-Coach gearbeitet hat, erkennt oft schnell, an welchen Stellen Menschen oder Beziehungspartner sich selbst oder einander subtil sabotieren, an welchen Stellen es stockt, und wie sich so manche scheinbar solide Blockade unerwartet geschmeidig aus dem Weg räumen lässt. Nutzt die Erkenntnisse und Erfahrungen dieser Menschen, um euren eigenen Wachstumsweg möglichst erbaulich zu gestalten. Gab es dafür jemals eine bessere Chance dazu als jetzt? Falls ihr selbst noch keinen Coach und keine Therapeutin kennt, der oder die euch weiterhelfen kann, dann wendet euch gerne an mich. Vielleicht kann ich euch jemanden in eurer Stadt empfehlen oder habe selbst Kapazitäten frei.

Tel.: 0176-63063143
Mail: volker@liebe-auf-augenhoehe.de

Fazit

„Gibt es eine bessere Form,
mit dem Leben fertig zu werden,
als mit Liebe und Humor?“
Charles Dickens

Die Zeit, die vor uns liegt, wird höchstwahrscheinlich für uns alle eine anstrengende und schwierige sein. Zu den hier beschriebenen Phänomenen kommen für viele von uns wirtschaftliche und menschliche Verluste. Noch wissen wir nicht, von wem oder was wir uns in den kommenden Wochen werden verabschieden müssen. Ziemlich sicher ist jedoch, dass uns allen Übungen im Umgang mit Verlust bevorstehen.

Nutzen wir diese Zeit, um uns selbst und einander näher zu kommen. Nutzen wir diese Zeit, um uns zu üben in Kooperation, Mitgefühl und Wohlwollen. Dies sind Fähigkeiten, die in den Leben vieler Menschen zu neoliberalen Zeiten kaum eine Rolle spielen. Die Zeit jedoch, die uns jetzt bevorsteht, fordert von uns genau dies.

Ich persönlich habe zu keinen Zeiten meines Lebens so viel so schnell gelernt wie in den Phasen der Krise und des Übergangs. Vielleicht, so träume ich derzeit in manchen Stunden der Muße, kann auch diese Zeit der Krise sich entfalten zu einer Zeit des Übergangs. Vorhersagen, wohin uns dieser Übergang führt, können wir leider nicht. Das liegt in der Natur dieser Lebensphasen. Jedoch, und das liegt ebenso in ihrer Natur, sind wir im Stande und eingeladen, dieses „wohin“ im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv und bewusst zu gestalten. Und wann, Hand auf’s Herz, war der Zeitpunkt in deinem Leben hierfür je besser gewesen als jetzt?

Was für eine Chance! (Incipe!)

 

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Geschätzte Lesedauer: 18 Minuten

Nicht jede/r kann sich den „Luxus“ einer individuellen Beratung in Sachen Liebe und Sexualität leisten. Das gilt in diesen pandämischen Zeiten noch mehr als zuvor.

Mit deiner Spende hilfst du mir dabei, dieses kostenlose Angebot an Informationen, Perspektiven und Haltungen weiterhin kostenlos und werbefrei zu halten. Damit es nicht von unserem Einkommen abhängig ist, was wir in unserer Liebe für möglich halten und erfahren dürfen. Außerdem gibst du mir dadurch ein deutliches und sichtbares Zeichen deiner Anerkennung und Wertschätzung für meine Arbeit.

Persönliche Informationen

Spendensumme: €10.00

Grundlagen:

„Wer ist ‚ich‘?! (‚Der fliegende Holländer‘)“

„Die psychischen Grundbedürfnisse des Menschen“

„Klüger fühlen“

Liebe und Partnerschaft

Das Kabinett der Grausamkeiten – Wenn Liebe zum Machtkampf wird

Die Feuerprobe Wenn die Harmonie zerbricht

Liebe auf Augenhöhe: 7 Entscheidungen für eine neue Dimension von Partnerschaft

Beziehung oder Partnerschaft?

Sexualität

„Die 5 Stufen unserer sexuellen Entwicklung“

„Bin ich ’sexpositiv‘?“

Was weißt du über Sex? Bewusstheit als Schlüssel zu sexueller Fülle

„Untervögelt – Macht zu wenig (guter!) Sex uns hässlich, krank und dumm?“

„Dirty Talk – Die Intimität des Unverschämten“

„Go fuck yourself! Wir brauchen eine neue Masturbationskultur!“

„Marias Geschichte“

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