Die 7 apokalyptischen Reiter der Liebe

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Die sieben apokalyptischen Reiter der Liebe

Klar, kannste so machen…
Wird dann halt Kacke…

Volksmund

                                                                        

Ich habe das große Glück, nahezu täglich mit Menschen über ihre intimsten Gedanken, Erfahrungen oder Sehnsüchte sprechen zu dürfen… Und das seit inzwischen mehr als 15 Jahren… In diesen Gesprächen zeigen sich mir die Menschen, mit denen ich spreche, sehr offen, sehr verletzlich und berührbar… In aller Regel geht es dabei immer wieder und ganz zentral um die Themen (Selbst-) Liebe, Partnerschaft und Sexualität

Wer dieselben, eng miteinander zusammenhängenden Phänomene immer wieder aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus betrachtet, kommt vielleicht nicht umhin, im Laufe der Zeit wiederkehrende Strukturen und Muster zu erkennen. So ist es auch mir ergangen… Seither gebe ich mein Bestes dafür, diese alltagstauglich nutzbar zu machen…

Da sich in einer Gesellschaft wie der unseren nicht jede/r die Annehmlichkeiten einer persönlichen Begleitung in Liebesdingen leisten kann, teile ich die wichtigsten meiner eigenen Erkenntnisse, Herangehensweisen und Perspektiven hier für euch kostenlos und barrierefrei in meinem Blog… Ich hoffe, hiermit einen bescheidenen Beitrag zu leisten auf dem Weg zu einer Kultur, in der diese Dinge eines Tages hoffentlich schlichte Selbstverständlichkeiten darstellen werden…

Darüber, wie wir unser Fundament der Bindung vertiefen, welche Grundhaltungen Liebesbeziehungen langfristig stabil, harmonisch und lebendig halten und was, in a Nutshell, wirklich guten Sex ausmacht, habe ich bereits geschrieben…

In diesem Essay wende ich mich einer Handvoll ganz konkreter Verhaltensweisen zu, die in Fachkreisen längst bekannt sind dafür, dass sie in jedem einzelnen Fall (!), wenn sie zum Einsatz kommen, das Bindungs-Fundament einer Beziehung mindestens subtil zersetzen… Vor diesem Hintergrund finde ich es geradezu grotesk, wie wenige von uns dieses (wieder und wieder validierte) Wissen wirklich verinnerlicht haben…

Diese Verhaltensweisen heißen nicht ohne Grund:

                                                                        

Die sieben apokalyptischen Reiter der Liebe

Lasst mich euch meine (zugegebenermaßen nach Jahren als Coach und Mentor inzwischen abgekühlte und abgeklärte) Perspektive auf dieses Thema an Hand einer in meinen Augen recht eingängigen Metapher erklären:

Wenn ich mit mit meinem Auto eine Mauer, einen Baum oder ein anderes Auto ramme, dann geht immer irgendetwas kaputt – Manchmal an meinem Auto und manchmal halt auch an anderen Dingen… Abhängig von meiner Geschwindigkeit und anderen Variablen fällt der Schaden mal kleiner und mal größer aus… Irgendetwas aber geht immer irgendwo mindestens ein kleines bisschen kaputt…

Dieser Umstand gilt vollkommen unabhängig davon, wie meine emotionale Verfassung gerade ist, was für eine Diagnose ich irgendwann einmal bekommen habe, in welchem hormonellen Zustand ich mich befinde oder wie meine Kindheit so verlaufen ist…

Wann immer ich mit meinem Auto eine Mauer, einen Baum oder ein anderes Auto ramme, dann bekommt mein Auto immer mindestens einen Kratzer – und manchmal geht halt auch deutlich mehr kaputt…

Immer…

Jedesmal…

Auch, wenn meine Mutter mich nie geliebt hat…

Auch, wenn ich gerade einen echt schlechten Tag habe…

Auch, wenn ich das ja gar nicht wollte…

Auch, wenn ich echt gekränkt war…

Wenn ich mit meinem Auto eine Mauer (o.ä.) ramme, geht immer etwas kaputt…

Jedesmal…

Immer…

Lassen wir diese Metapher in all ihrer Schlichtheit und Schärfe noch einen Augenblick lang in unsere hinteren Hirnhäute einwirken, um zu erkennen:

Ebenso gibt es meiner über Jahre wiederholten Beobachtung zu Folge Verhaltensweisen, die in jeden Fall (ohne Ausnahme, immer…!), wenn ein Mensch diese einem anderen Menschen gegenüber anwendet, dazu führen, dass die Bindung zwischen diesen beiden Menschen abnimmt und die Beziehung zwischen ihnen mindestens subtil schwieriger wird…

Ohne dies wissenschaftlich nachweisen zu können, glaube ich zutiefst, je höher der Anteil der hier beschriebenen sieben Umgangsformen im alltäglichen Miteinander zweier „Liebes“-Partner ist, desto höher ist nicht nur die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine/r der beiden Partner:innen diese Beziehung in absehbarer Zeit beendet, sondern auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es zwischen den Beteiligten irgendwann zu physischer Gewalt kommt…

Diese sieben Verhaltensweisen tragen in meinen Augen daher überaus verdientermaßen den Namen „apokalyptische Reiter der Liebe“…

Die ersten vier dieser apokylptischen Reiter wurden von John Gottman benannt, Bas Kast ergänzte den fünften; ich habe mir erlaubt dieser Liste noch einen sechsten und siebten Reiter hinzuzufügen, die, wie wir noch sehen werden, nur allzu leicht übersehen werden und daher verständlicherweise lange im Dunkeln lagen…

                                                                        

In a Nutshell

Diese 7 Verhaltensweisen zersetzen zwingend jedes Beziehungs-Fundament… Hütet euch vor ihnen…! Lasst nicht zu, dass sie auch nur einen halben Fuß in euer Liebesleben bekommen:

01 → Kritik, Schuldzuweisungen, Anklagen…

02 → Abwehr, Rechtfertigung, Verleugnung…

03 → Mauern, Rückzug, Kontaktabbruch…

04 → Verachtung, Abwertung, Spott…

05 → Machtdemonstration, Drohungen, Ultimaten…

06 → Gleichgültigkeit, Desinteresse, Ignoranz

07 → Lüge, Täuschung, Heimlichkeiten…

Hier findet ihr die sieben Reiter zum Download und Ausdrucken als ein kleines Erinnermich für euren Alltag:

Ich stelle euch diese sieben Reiter der Apokalypse im Folgenden persönlich vor und mache hoffentlich von Portrait zu Portrait wiederholt deutlich, warum genau diese sieben Kommunikationsmuster ausnahmslos immer und zwingend dazu führen, dass das Bindungsfundament zwischen zwei Menschen Schaden nimmt und ihr Miteinander im Laufe der Zeit immer schwieriger, bitterer und kälter wird…

Glaubt mir: Diese siebenReiter der Apokalypse tragen ihren „Street-Name“ nicht ohne Grund…

                                                                        

Reiter 01: Kritik, Schuldzuweisungen, Anklagen…

Wir alle wollen uns entwickeln… Tatsächlich halte ich diesen Antrieb nach persönlichem Wachstum für eines der zentralen Grundbedürfnisse unserer Psyche… Im Grunde hat daher wohl kaum jemand von uns etwas einzuwenden gegen konstruktive Hinweise zu unserem Verhalten und dessen (möglicherweise unerwartete) Auswirkungen auf Andere…

Etwas vollkommen anderes aber ist es, wenn wir uns von oben herab beschuldigt, angeklagt und im gleichen Atemzug verurteilt fühlen… Insbesondere dann, wenn nicht unser Verhalten und seine Auswirkungen im Fokus der Kritik liegen, sondern wir selbst als Person…

Wie anders sollten wir auf eine solche Erfahrung reagieren als dadurch, uns gegen diese empfundenen Angriffe emotional so gut wie möglich abzuschirmen und zu unserem Selbstschutz wahlweise die Verteidigung oder aber den Gegenangriff zu wählen…?

Machen wir uns bewusst: Wir alle suchen nach denselben Dingen:

Wir wollen uns sicher fühlen und orientiert, frei, wirksam und lebendig, wir wollen wachsen, dazugehören, uns gesehen, geachtet und geliebt fühlen… Wir alle leben unser Leben auf der Suche nach diesen (und ein paar anderen) Nährstoffen des Lebens… Wenn wir einander weh tun, dann geschieht das daher in aller Regel eben nicht aus Boshaftigkeit, Niedertracht oder Ignoranz heraus, sondern im Grunde: aus Versehen…

Während um Schuld gestritten wird, bleibt immer als allererstes die Liebe auf der Strecke… Im Gerichtssaal der Liebe geht es niemals um das gemeinsame Wohl, sondern nur darum, Schuldsprüche und Strafen zu verhängen… Und egal, wer vor dieser Instanz vordergründig auch gewinnen mag – zurück bleibt immer ein in den eigenen Augen zu Unrecht oder gar willkürlich bestrafter Mensch mit einer offenen Rechnung in der Tasche…

Wer immer ihr auch seid daher:

Hütet euch und eure Liebe vor dem Gerichtssaal…!

Die Liebe stirbt hier nicht selten einen langsamen und schmerzhaften Tod…

Was immer er oder sie getan hat, das euch verletzte, haltet euch vor Augen: Das, was ihr im Grunde eures Herzens wirklich wollt, ist höchstwahrscheinlich dies:

Höchstwahrscheinlich wünscht ihr euch vermutlich zutiefst, dass sich dieser andere Mensch mit offenem Herzen in euch einfühlt, dass er oder sie sich von euren Gefühlen wirklich berühren lässt und diese Einsicht einfließen lässt in ihr oder sein Verhalten in der Zukunft…

Ist es nicht so…?

Sollte diese vorgenannte Ahnung nicht ganz aus der Luft gegriffen sein, dann überlegt einmal ganz pragmatisch und strategisch:

Wie hilfreich und eurem wahren Ziel zuträglich ist es wohl, wenn ihr aus eurer Verletzung heraus euer Gegenüber in eine Position angespannter Verteidigung versetzt…?

Wie anders sollte er oder sie reagieren als durch:

                                                                        

Reiter 02: Abwehr, Rechtfertigung, Verleugnung…

Ich sagte es bereits einmal: Hütet euch und eure Liebe vor dem Gerichtssaal…!

Das bedeutet nicht nur: Hütet euch davor, einander anzuklagen und anzugreifen…!

Es bedeutet ebenso deutlich:

Hütet euch davor, euch voreinander zu rechtfertigen und zu verteidigen…!

So menschlich und plausibel dieses Verhaltensmuster bei oberflächlicher Betrachtung auch rüberkommen mag, auch der zweite Reiter der Apokalypse hat es in sich…

Betrachten wir die Situation gemeinsam von etwas weiter oben:

Die Tatsache, dass wir einen Impuls dazu verspüren, uns zu rechtfertigen oder zu verteidigen, bedeutet zunächst einmal zwingend: Irgendwo liegt da eine Anklage in der Luft… Diese mag ausgesprochen worden sein oder lediglich interpretiert, so oder so schwebt zwischen uns ein „Es geht mir schlecht, weil du…!“

Instinkthaft, aufgeschreckt, manchmal geradezu panisch reagieren wir auf das „…, weil du…!“ – und übersehen dabei den viel wichtigeren Teil der Botschaft: „Es geht mir schlecht…!“

Was auch immer ihr auch getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt habt, Fakt ist, dass euer Gegenüber in Folge dessen mit einem Mangel, einer Angst und/oder einem emotionalen Schmerz in Kontakt kam wie mit einer alten und urplötzlich neu aufgerissenen Wunde aus vielleicht ferner Vergangenheit…

Ihr mögt dies nicht gewollt haben… Ihr mögt euch daran gänzlich unschuldig fühlen… Und ihr mögt es sogar in der Tat ganz objektiv sein… Ihr mögt tatsächlich und unübersehbar nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben… Fakt ist: Ihr habt in diesem Menschen, der euch emotional wichtig ist, etwas überaus Unangenehmes ausgelöst… Und das wiederum löst nun etwas ebenso Unangenehmes aus in euch…

Herzlich willkommen in der apokalyptischen Abwärtsspirale…!

Nur wenige von uns haben je gelernt, ihre Gedanken und Gefühle auf eine beschreibende Weise zum Ausdruck zu bringen… Stattdessen bewerten wir, schreiben zu, interpretieren, projizieren und (ver-) urteilen…

Eine Folge dieser furchtbaren Gewohnheiten habe ich hier als ersten der apokalyptischen Reiter beschrieben…

Eine zweite Folge daraus liegt darin, dass viele von uns eine furchtbare Angst davor haben, „Schuld zu sein“ und dafür verurteilt zu werden… Wir wehren uns dagegen, uns einzugestehen, dass unser Sein, Wesen oder Handeln in anderen Menschen unangenehme Gefühle auslösen könnte… Sollte dies allerdings doch einmal passieren, tun wir alles, um diese Gefühle abzuwehren… Die Botschaft, die wir damit unserem Gegenüber senden, lautet für dieses unter’m Strich jedoch: Deine Gefühle sind auf die eine oder andere Weise: falsch, ungerechtfertigt und darüber hinaus außerdem in diesem Kreise unerwünscht…!

Versetzen wir uns zurück in den Kopf einer anklagenden Person… Dort waren wir eben bereits für einen Moment… Dort haben wir es mit einer Psyche zu tun, die sich, wodurch auch immer, emotional heftig verletzt fühlt…

All die Angriffe und Anklagen… All die Kälte oder Wut… Sind lediglich Reaktionen auf einen heftigen emotionalen Schmerz, in dem sie oder er sich gesehen, geachtet und wirklich angenommen fühlen möchte, dies allerdings gerade nicht für möglich hält… Sonst würde er oder sie diesen sicherlich anders zum Ausdruck bringen…

Ganz egal, wie indirekt, versteckt oder unbeholfen er oder sie dies auch immer zum Ausdruck bringen mag, hinter all dem Zorn steckt ein verletztes, verängstigtes oder einsames Kind, das sich nichts sehnlicher wünscht als sich in all seinem Sein und Wesen gesehen und willkommen zu fühlen…

Jede unserer Rechtfertigungen, jede Ausflucht, Abwehr oder Verteidigung dagegen übermittelt unserem Gegenüber die Botschaft: „Deine Gefühle sind unberechtigt und hier unerwünscht…!“

Wie anders sollte unser Gegenüber darauf intuitiv reagieren als dadurch, seine Anklagen zu verhärten und auszuweiten…? Was uns wiederum veranlassen wird, uns noch entschlossener zu rechtfertigen… Und schon befinden wir uns gemeinsam in einer herrlichen emotionalen Abwärtsspirale, die von Drehung zu Drehung an Fahrt und Hitze zunimmt…

Wer immer ihr auch seid, merkt euch bitte:

Hinter jedem Zorn und jeder Wut, hinter jeder Anklage und jeder Beschuldigung liegt ein Schmerz, der gesehen, angenommen und in das gemeinsame Miteinander integriert werden möchte…

Jede Art von Rechtfertigung, Abwehr oder Leugnung wirkt diesem Ziel diametral entgegen und facht den Kampf um „Recht“ oder „Schuld“ weiter an…

Statt euch von seinen oder ihren Worten, Eindrücken oder Gefühlen angeklagt oder beschuldigt zu fühlen, versucht, euch in sie oder in ihn hineinzuversetzen… Fragt euch: Wie fühle es sich jetzt gerade wohl an in ihm oder ihr…? Wie würde es euch gehen, wenn ihr die Situation aus dieser Perspektive heraus betrachten würdet…? Und was würdet ihr euch in seiner oder ihrer Lage möglicherweise von eurem Gegenüber wünschen…?  

                                                                        

Reiter 03: Mauern, Rückzug, Kontaktabbruch…

Auch dieses Verhalten ist weit verbreitet, weil oft bereits in frühem Kindesalter erlernt… Und auch dieses Verhalten wirkt allerdings nichts desto trotz jedesmal und immer toxisch auf das emotionale Miteinander zweier Menschen…

Lasst mich dies vorausschicken:

Ich persönlich bin ein großer Freund davon, Pausen einzulegen, wenn ein Thema oder eine Offenbarung einen Tsunami an Emotionen auslöst…

Sind erst einmal hohe Dosen an Stresshormonen in unserem Blutkreislauf unterwegs, verfallen unsere Reaktionen und Verhaltensweisen allzu schnell in kindliche Muster zurück… Bewegung, frische Luft und Wasser helfen bekanntermaßen sehr dabei, diese kontraproduktiven Botenstoffe möglichst zügig aus unserem System auszuwaschen…

Einseitiger Kontaktabbruch jedoch ist etwas anderes als eine Pause…

Einseitiger Kontaktabbruch ist immer ein Zeichen emotionaler Überforderung und daher in jedem Einzelfall ein zutiefst nachvollziehbares Notfallsignal… Die Person, die in Schweigen verfällt oder schlagartig den Raum verlässt, ist tatsächlich emotional derart schwer überfordert von dem, was gerade (im Außen oder Innen) passiert, dass ein konstruktives Weiterführen des Themas mit ihr in diesem Zustand tatsächlich akut nicht möglich ist…

Meist übrigens liegt der kardinale Fehler darin, diese Überforderung zu lange nicht anzusprechen… Unzählige Konflikte würden viel schneller zu einer guten und von allen Seiten getragenen Lösung kommen, wenn wir lernen würden, unser eigenes Innenleben in Echtzeit zu beobachten und Konflikte bereits frühzeitig, wenn sie noch klein und handhabbar sind, in beschreibenden Worten zum Ausdruck zu bringen…

Wer dies nie gelernt hat, verfällt stattdessen wahlweise in Kampf- oder in Ausweichstrategien… Das Mauern und Schweigen gehört zur letzten Kategorie und daher, ebenso wie der Kampf, eine überaus verständliche Reaktionsweise…

Dennoch erhebt sich die schweigende Person diktatorisch über die andere, indem sie allein und in aller Regel willkürlich definiert, wann oder wie welche Art von Kontakt, Begegnung oder Austausch von nun an möglich ist… Die andere Person fühlt sich dieser Willkür gegenüber nicht selten hilflos ausgeliefert, wodurch sie wahlweise ihre Initiative erhöht, in Kontakt zu treten, oder aber selbst in eine innere Haltung der Gegenblockade überwechselt…

Einseitiger Rückzug, Schweigen und Kontaktabbruch sind bereits eine vermeintlich milde Form der Machtdemonstration (zu den schärferen Formen weiter unten…!)… Sie ist jedoch so subtil und dabei so weit verbreitet, dass sie im Kanon der giftigen Kommunikationsmuster ein eigenes Pferdchen bekam…

Wer immer ihr auch seid, prägt euch ein:

Einseitiger Kontaktabbruch ist eine stille Form von Machtdemonstration… Glaubt mir: In einer Beziehung auf Augenhöhe gibt es einfachere und wirksamere Methoden, um eine emotional aufgeheizte Begegnung wieder zurückzulenken in partnerschaftliche oder doch zumindest konstruktive Bahnen…!

Es mag sein, dass eine Pause euch gut tun würde, ein einseitiger Rückzug oder das Verbot, gewisse Themen anzufassen, aber kühlt nicht eure Gemüter ab, sondern nur euren Umgang miteinander und bringt euch Schritt für Schritt weiter in Distanz zueinander…

Wenn ihr in einem Konflikt den wirklich dringenden Wunsch verspürt, eine Pause einzulegen, um wieder zu euch zu kommen und die Sache zu einem späteren Zeitpunkt sowohl mitfühlender als auch wohlwollender noch einmal neu anzugehen, sagt dies eurem Gegenüber so freundlich und offen, vor allem aber so früh wie möglich…

Bedeutsam ist in jedem Falle, dass ihr vor Beginn der erwünschten Pause eine gemeinsame Antwort auf die Frage findet, wann und wo ihr dieses Thema fortsetzen werdet… Erst wenn dies geklärt ist, verlasst das Gespräch…

                                                                        

Reiter 04: Verachtung, Geringschätzung, Abwertung…

Das Gift dieses apokalyptischen Reiters ist wie das des nächsten bereits von Weitem zu riechen, gar in der Luft zu spüren… Sind Herablassung, Spott oder Hohn erst einmal Teil des alltäglichen Miteinanders geworden, so ist diese Beziehung in aller Regel längst im Landeanflug auf ein wahlweise explosives oder eiskaltes Ende…

Wenn wir damit beginnen, einen anderen Menschen nicht allein für sein Verhalten oder dessen Auswirkungen zu kritisieren, sondern ihn regelmäßig in seiner gesamten Persönlichkeit herabwürdigen, dann haben wir zu diesem Zeitpunkt längst alle Achtung vor ihm oder ihr als menschliches Wesen verloren… Wir betrachten sie oder ihn nur noch als einen Feind, des es täglich neu zu sabotieren und zu bekämpfen gilt…

Viel mehr gibt es über diesen Reiter der Apokalypse eigentlich nicht zu sagen… Er reißt nicht nur Haarrisse ins Fundament einer Beziehung, sondern sprengt jedesmal gleich ganze Brocken weg…

Erstaunlich ist wohl vor allen Dingen, wie viele Menschen in „Liebes“-Beziehungen verharren, in denen diese Art von Verhaltensmuster alltägliche „Normalität“ ist… Vielleicht haben sie irgendwann in ihrer Vergangenheit gelernt, emotionale Dramatik mit Liebe zu verwechseln… Vielleicht fühlen sie sich dem Leben da draußen alleine einfach nicht gewachsen, so dass sie jedes Wie erdulden würden, nur um sich in dieser Welt nicht ganz alleine zu fühlen… Vielleicht glaubt ein Teil in ihnen auch, sie hätten es, durch und durch miserabel oder erbärmlich, wie sie sind, in diesem Leben schlicht und einfach nicht anders verdient…

Ich kann all diesen Menschen nur von Herzen wünschen, dass sie in ihrem Leben mindestens einmal erfahren, wie beglückend und erfüllend es sich anfühlen kann, mit einem Menschen in Liebe verbunden zu sein, der gewillt dazu ist, unser Glück ebenso zu mehren und unser Wachstum ebenso zu fördern wie das eigene…

Wer immer ihr auch seid:

Sollte euer „Liebes“-Partner dazu neigen, euch abzuwerten, euch euren Wert abzusprechen oder in gemeiner Weise zu verspotten, sucht schnellstmöglich das Weite…!

Solltet ihr selbst diejenige Person sein, die zu derartigen Verhaltensweisen neigt, sucht euch schnellstmöglich professionelle Unterstützung…!

                                                                        

Reiter 05: Machtdemonstration, Drohungen, Ultimaten…

Für diesen fünften Reiter gilt in vielerlei Weise dasselbe wie für den Reiter zuvor… Ebenso wie Verachtung, Abwertung und Spott sind auch alle Arten direkter Machtdemonstration ein klares Zeichen dafür, dass das Beziehungsfundament zwischen zwei Menschen längst nachhaltig und potenziell irreparabel zerstört ist…

Jedes „Wenn du (nicht)…, dann…!“, jedes „Entweder du…, oder…!“ und jedes „Du wirst schon sehen, was du davon hast, wenn du…!“ schädigt die Beziehung zweier Menschen zueinander nachhaltig und irreparabel… Weil es einseitig definiert, wer die Regeln (willkürlich) festlegt, und wer sich diesen aus welchen Gründen auch immer bedingungslos zu unterwerfen hat…

Hinzu kommt an dieser Stelle ein Phänomen, das an dieser Stelle allzu leicht übersehen wird… Die Tatsache nämlich, dass jede Drohung ebenso wie jedes Ultimatum ausnahmslos nur jene Person bindet, die sie ausgesprochen hat…

Oft allerdings sind Drohungen ebenso wie Ultimaten lediglich Versuche, sich Zeit zu erkaufen oder in einer bestimmten Situation ein erwünschtes Verhalten zu erzwingen… Viele Menschen drohen in emotional aufgewühlten Zuständen mit Dingen, die sie bei klarem Verstand überhaupt nicht umsetzen wollen…

Was aber passiert wohl, wenn ein Mensch wiederholt die Erfahrung macht, mit überaus beängstigenden Drohungen konfrontiert zu werden, von denen allerdings ein guter Teil niemals eintritt…? Was lernt dieser Mensch aus solchen Erfahrungen heraus über die andere Person und seine oder ihre Beziehung zu dieser….?“

Wer immer ihr auch seid, merkt euch:

Sollte euer „Liebes“-Partner dazu neigen, euch zu bedrohen oder euch seine oder ihre Macht über euch zu demonstrieren, sucht schnellstmöglich das Weite…!

Solltet ihr selbst diejenige Person sein, die zu derartigen Verhaltensweisen neigt, sucht euch schnellstmöglich professionelle Unterstützung…!

Erlaubt mir an dieser Stelle noch einmal den leuchtendsten Textmarker anzusetzen, den ich finde:

Was auch immer ihr einem anderen Menschen gegenüber ankündigt, sei dies eine Drohung oder ein Versprechen, klärt zuvor mit euch selbst, ob ihr im Fall der Fälle wirklich zu 100% gewillt und dazu in der Lage sein werdet, das auszuführen, was ihr gerade vorhabt, anzukündigen…

Mein heißer Tipp aus Jahrzehnten an eigener, teil reuevoller, Lebenserfahrung lautet: Sollte auch nur eine einzelne innere Stimme in euch hieran leise Zweifel anmelden, beißt euch besser auf die Zunge…!

Nicht allein euer Gegenüber, auch ihr selbst werdet euch sonst als unzuverlässlich, impulsgesteuert und dramatisch erfahren… Wir selbst bringen uns selbst durch solche Handlungen bei, dass unseren Worten nicht zu trauen ist… Und mal ehrlich: wer will schon sowas in der eigenen Selbstbeschreibung lesen…?

Auf die letzten beiden Reiter der Liebes-Apokalypse gehe ich etwas näher ein… Bislang zählen sie noch nicht zum offiziellen Kanon, daher möchte ich euch gerne ein wenig erläutern, warum eben jene beiden Kommunikationsmuster diesen Platz in meinen Augen mit Fug und Recht verdient haben… Die Toxizität dieser beiden Verhaltensweisen wird nur allzu leicht übersehen… Insbesondere die letzte, der Reiter mit der Startnummer 7, hat sich geradezu in den Kern unserer sogenannten „Leitkultur“ eingefressen…

                                                                        

Reiter 06: Desinteresse, Gleichgültigkeit, Ignoranz

Der sechste Reiter der Beziehungs-Apokalypse ist dem dritten nahe verwandt… Ebenso wie jener verkörpert auch dieser eine eher leise und passive Art der Aggression… Desinteresse sticht wie eine feine Nadel mitten ins Herz, ohne auf der Oberfläche ein großes Loch zu hinterlassen…

Wir alle sind soziale Wesen… Das bedeutet zum einen, wir wollen Teil einer Gruppe sein, Teil von etwas Größerem, das über uns selbst hinaus reicht… Das bedeutet aber auch: Wir wollen spüren, dass die Menschen, die uns umgeben, uns als ganzen Menschen sehen, uns achten und in ihrem Kreise wirklich willkommen heißen… Erleben wir dies nicht, entwickeln wir über kurz oder lang psychische oder sogar physische Störungsmuster…

Ob eine Beziehung (welcher Art auch immer) gesund ist oder ungesund, zeigt sich meiner Auffassung nach nicht daran, ob zwei Menschen verheiratet sind, zusammenleben oder miteinander Kinder in diese Welt gebracht haben… Es zeigt sich daran, wie gesehen, geachtet und gewollt sich diese beiden Menschen in der Gegenwart des anderen fühlen… Hieran entscheidet sich, ob diese Menschen durch die Nähe des jeweils anderen aufblühen und in ihre Kraft kommen – oder eben nicht…

Indem wir unaufmerksam sind, wenn der oder die Andere zu uns spricht, oder bei bestimmten, ihm oder ihr emotional bedeutsamen Themen regelmäßig nonchalant das Thema wechseln, transportieren wir durch unser Verhalten immer wieder die Botschaft: „Du bist uninteressant, unbedeutend oder gar eine Belastung für mich…!“

Desinteresse, Gleichgültigkeit, Ignoranz sind schleichende Gifte… Das bedeutet jedoch nicht, dass sie dadurch weniger wirksam wären… Nadelstich für Nadelstich zersetzen sie potenziell das Selbstempfinden des Partners, definitiv aber das Fundament der Beziehung…

Um ganz ehrlich zu sein: Es mag durchaus möglich sein, einen zuvor bereits selbstunsicheren Menschen durch Strategien wie diese für eine Zeit lang an sich zu binden… Das stimmt… Dieser Mensch wird dann allerdings an unserer Seite auch niemals blühen und niemals in sein Strahlen oder gar Potenzial kommen… Er oder sie wird an unserer Seite nach Aufmerksamkeit und Anerkennung hungern und darben – und höchstwahrscheinlich dem nächsten Menschen verfallen, bei dem er oder sie genau dies zu finden glaubt… Oder dem übernächsten… Oder dem danach… Empfehlen kann ich diese Strategie definitiv nicht…

Wer lernt, dass die eigenen Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte oder Ideen demjenigen Menschen, den sie als ihre/n Liebespartner:in bezeichnen, nicht wichtig oder gar lästig sind, wird über kurz oder lang dazu übergehen, eben diese Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte oder Ideen in dieser Beziehung nicht mehr zu Sprache zu bringen… Das bedeutet keinesfalls, dass diese Dinge (Gedanken, Gefühle, Impulse, Sehnsüchte…) damit verschwunden wären… Sie sind immer noch da… Nur weiß halt nun nicht mehr jeder Mensch in dieser „Liebes“-Beziehung gleichermaßen Bescheid darüber…

Wer immer ihr auch seid, nehmt euch dies zu Herzen:

Zeigt einander immer wieder neu, dass ihr und vor allem ganz konkret warum ihr füreinander wertvoll, wichtig und bedeutend seid…! Lasst einander täglich spüren, dass ihr einander faszinierend und bezaubernd, begehrenswert und inspirierend findet… Und entwickelt eine innere Lust darauf, all dies im Leben eures oder eurer Liebsten zu sein…

Ihr müsst nicht für jedes Hobby eures Lieblingsmenschen in gleicher Leidenschaft entflammen… Wir alle haben unterschiedliche Interessen… Das ist vollkommen normal und okay… Wenn er oder sie jedoch mit euch über Dinge sprechen möchte, die sein oder ihr Herz berühren oder starke Gefühle auslösen in ihm oder ihr, ist es Zeit, auch euer Herz zu öffnen und hinzuhören… Ihr müsst nicht jedes ihrer oder seiner Gefühle teilen, aber ihr könnt euch in sie einfühlen und dadurch eine Idee davon bekommen, wie es ihm oder ihr innen drin gerade geht…

Ganz sicher seid ihr manchmal zu müde oder zu erschöpft, um euch einzufühlen… Das ist kein Problem, so lange er oder sie weiß, dass es Zeiten gibt, in denen das anders ist… Teilt euch offen mit, wie es euch selbst gerade geht, und gebt ihr oder ihm eine Idee davon, wann ihr voraussichtlich wieder dazu bereit und in der Lage sein werdet, ihm oder ihr mit offenem Herzen zuzuhören…

Schon der Volksmund weiß: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit…!“

Lasst dieses leise Gift keinen Fuß in eure Liebestür bekommen…!

                                                                        

Reiter 07: Lüge, Täuschung, Heimlichkeiten…

Verzeiht mir bitte, wenn ich auf diesem Punkt immer wieder herumreite… In meinen Augen ist er schwer bedeutsam:

Wir leben in einer Kultur des Scheins und der Täuschung… Wir haben uns daran gewöhnt, auf Schritt und Tritt nach Strich und Faden belogen zu werden… Von Politiker:innen und Unternehmen, von unseren Vorgesetzten und Kolleg:innen, von unseren Nachbar:innen, unseren Liebespartner:innen oder Kindern… Vielleicht ist es daher an der Zeit, uns alle ein kleines bisschen zu ent-täuschen…

Ganz übliche und weit verbreitete Gedanken (bzw. „Meme“), die in vielen Köpfen von Menschen unserer Kultur prachtvoll gedeihen, lauten beispielsweise:

→ „Was er/sie nicht weiß, macht sie/ihn nicht heiß…!“

→ „Man darf alles tun, man darf sich nur nicht dabei erwischen lassen…!“

oder:

→ „Mein Mann (meine Frau) muss zwar alles essen, er (sie) muss aber noch lange nicht alles wissen…!“

Wir alle wurden über Jahre und Jahrzehnte geprägt in einer Kultur, in der es vollkommen normal ist, nicht ganz ehrlich zu sein, Dinge unter den Tisch fallen zu lassen oder auch eine Geschichte so lange zu verdrehen und zu schminken, bis sie mit der eigenen Wahrheit nun wirklich so gar nichts mehr zu tun hat…

Machen wir uns doch nichts vor: Das ist, so bitter wir dies auch finden, für viele von uns ganz alltägliche Gewohnheit…

Die Wahrheit zu verdrehen oder zu schminken ist für viele von uns vollkommen normal… Weil: Das tun doch alle so…

Nicht zuletzt genau darum fällt es so vielen von uns so schwer, sich von diesem Verhaltensmuster zu lösen… Weil wir gelernt zu haben glauben, dieses Verhalten wäre in der Welt, in der wir leben, geradezu alternativlos…

Noch dazu haben manche von uns das Lügen, Täuschen und Verheimlichen in ihrem eigenen Leben wiederholt als eine sehr wirksame Strategie erfahren, um sich einen Vorteil zu erschleichen oder unangenehmen Erfahrungen (zumindest vorerst) zu entgehen… Dass die Sache sich später in aller Regel als ein mehr als heftiger Bumerang entpuppt, geht in der Rückschau dann jedoch leider meistens verloren…

Hinter jeder Lüge oder Täuschung steht die Angst davor, verurteilt zu werden; ausgeschimpft oder ausgelacht, ausgenutzt oder ausgeschlossen… Wer einem anderen Menschen wirklich blind vertraut, zeigt sich diesem Menschen ohne Scheu und ohne Schminke, in all seiner oder ihrer himmelschreienden Unvollkommenheit… Wer sowas tut, macht sich verletzlich… Das stimmt… Hinter jeder Lüge oder Täuschung steht daher eine (nicht selten sehr plausible) Angst…

Dennoch zerstört dieses Verhalten, das Lügen, das Täuschen und das Verheimlichen, die Bindungsbasis jeder Beziehung, die von ihm betroffen ist… Und das auf eine ebenso subtile wie nachhaltige Weise…

Stellen wir uns das Ganze gemeinsam einfach mal so vor:

Stellen wir uns vor, es gibt da etwas, was du vor deiner Partnerin oder deinem Partner lieber geheim halten möchtest… Vielleicht ist es etwas aus deiner Vergangenheit oder auch etwas aus deiner Gegenwart… Vielleicht ist es etwas, wofür du dich schämst oder schuldig fühlst… Vielleicht ist es etwas, auf das sie oder er in einer Weise reagieren könnte, vor der du Angst hast…

Und stellen wir uns nun zudem vor, dass du wirklich gut bist darin, das, was du verheimlichen möchtest, auch wirklich geheim zu halten… Er oder sie hat nicht den Hauch einer Idee davon, dass es da Dinge an dir oder in deinem Leben gibt, die sie oder ihn potenziell sehr aufwühlen würden, wenn er oder sie davon erführe… Dein Partner oder deine Partnerin hat nicht den Hauch einer Ahnung davon, was genau du vor ihr oder ihm verbirgst…

Welche Auswirkungen hat dies auf eure Beziehung…?

Okay, okay…! Ich will es hier nicht unterschlagen: Möglicherweise wird euer Miteinander dadurch auf der Oberfläche zumindest vorerst ein wenig harmonischer… Es gibt also potenziell mindestens einen Konflikt, der zwischen euch beiden (zumindest offiziell) kein Thema ist…

Das bedeutet nur dummerweise kein bisschen, dass dieser Konflikt faktisch verschwunden wäre… Er ist nur schlicht und einfach unausgesprochen und verborgen…

Du weißt, dass es da etwas an dir gibt, womit er oder sie nicht umgehen könnte… Du bist es daher, die oder der darauf achtet, welche Informationen genau dein/e Partner:in von dir (oder anderen) in dieser Sache erhält…

Spätestens von diesem Augenblick an betrachtest du dein Gegenüber nicht mehr auf Augenhöhe und als Komplizin in gemeinsamer Sache, sondern als ein Etwas, das beständig überwacht und kontrolliert werden muss…

Von diesem Augenblick an, von deiner allerersten gelungenen Täuschung an, erhebst du dich über sie oder ihn… Von da an geht es nicht mehr darum, mit ihr oder ihm gemeinsam zu wachsen, sondern darum, diesen Menschen zu kontrollieren und dadurch letzten Endes Gewalt zu erlangen über sein Denken und Empfinden…

Einem Menschen aber, den wir zu kontrollieren versuchen, dem können wir uns niemals wirklich echt, ganz und wahrhaftig zeigen… Diesem Menschen gegenüber müssen wir einen Teil von uns mit aller Macht verbergen… Wie erfolgreich wir damit auch sein mögen, der Preis hierfür besteht immer nicht zuletzt darin, dass wir uns von diesem Menschen niemals wirklich echt, ganz und wahrhaftig geliebt fühlen können… Weil wir selbst schließlich ohne jeden Zweifel wissen, dass wir uns ihr oder ihm eben nicht wirklich echt, ganz und wahrhaftig zeigen…

Noch dazu ist es wohl ein psychologischer Gemeinplatz, dass wir, um das Verhalten anderer Menschen zu deuten, von uns selbst auf diese schließen… Je häufiger wir selbst es also mit der Wahrheit nicht so ganz genau nehmen, desto wahrscheinlicher unterstellen wir unseren Mitmenschen, uns hinter’s Licht führen zu wollen… Wie zu- oder abträglich derartige Annahmen unserem eigenen Lebensglück gegenüber sind, überlasse ich an dieser Stelle eurer eigenen Phantasie…

Lüge, Täuschung und Heimlichkeiten fühlen daher selbst dann und insbesondere dann, wenn sie erfolgreich sind, zwingend dazu, dass die Liebe verendet… Was übrig bleibt, ist oft nicht mehr als ein zäher, klebriger Schleim aus Abhängigkeit, Schuldgefühlen und panischer Angst davor, irgendwann unvorbereitet dann doch aufzufliegen…

Dies sind die Gründe, aus denen ich heraus sage, auch Lüge, Täuschung und Heimlichkeiten verdienen einen festen und ebenbürtigen Platz unter den apokalyptischen Reitern der Liebe…

Wer immer ihr auch seid, prägt euch ein:

Lüge, Täuschung und Heimlichkeiten zersetzen eine Beziehung selbst dann und insbesondere dann, wenn sie erfolgreich sind…

Die einzige Chance, euch wirklich und wahrhaftig geliebt zu fühlen, besteht darin, euch wirklich und wahrhaftig zu zeigen…

Ja, das kann Angst machen…

Aber möglicherweise ist es das wert…

Mit diesem Menschen oder vielleicht auch einem anderen…

                                                                        

Selbstgewahrsein, Einfühlungsvermögen und Integrität

Diese drei, Selbstgewahrsein, Einfühlungsvermögen und Integrität, bezeichnete ich in einem anderen Essay in diesem Blog als „die drei großen Gamechanger der Liebe

Wenn ihr zwei bereits in der Lage seid, euch in euch selbst und auch ineinander einzufühlen und das, was ihr dort erspürt, einander gegenüber beschreibend zum Ausdruck zu bringen, dann bekommen die sieben apokalyptischen Reiter, die in diesem Artikel Thema waren, zwischen euch beiden wohl kaum einen Huf auf den Boden…

Solltet ihr euch diesen jedoch in eurer „Liebesbeziehung“ immer mal wieder ausgesetzt sehen, ist es vielleicht an der Zeit, die Trumpf-Karte „Integrität“ auszuspielen…

Das bedeutet an dieser Stelle insbesondere zwei Dinge:

Erstens: Verbietet euch selbst im Umgang mit euren Liebespartner:innen und allen anderen euch emotional bedeutsamen Menschen von heute an kategorisch die in diesem Essay beschriebenen Verhaltensweisen…!

Ein Erinnermich, das euch dabei helfen kann, diese Entscheidung auch in eurem Alltag wachzuhalten, findet ihr am Anfang und am Ende dieses Textes…

Egal, wie berechtigt ihr es findet… Egal, wie stark der Impuls sich auch anfühlt… Egal, wie alternativlos es euch auch erscheinen mag:

Klagt nicht an und rechtfertigt nicht…! Entzieht euch nicht, spottet nicht und droht nicht…! Straft sie oder ihn nicht mit Desinteresse…! Und insbesondere möchte ich euch hier noch einmal ans Herz legen: Belügt und täuscht diese Menschen nicht…!

Sehen wir die Sache doch einmal pragmatisch:

Die Zahl der Singles ist aktuell in jeder Altersklasse hoch…

Die Zahl derjenigen Menschen, die Lust haben auf echte Aufrichtigkeit, auf bedingungsloses Mitgefühl und Wohlwollen in der Liebe (und noch dazu auf echte Erfüllung in der Lust…!) wächst in meinen Augen noch dazu quasi von Monat zu Monat an… Nicht zuletzt unter diesen…

Sollte dieses eine konkrete „Liebes“-Gegenüber, mit dem du zugegebenermaßen aktuell zweifellos am aller-aller-liebsten deine Zukunft verbringen würdest, aus welchen nachvollziehbaren Gründen auch immer, nicht gewillt oder nicht im Stande sein, dich so anzunehmen und zu wollen, wie du wirklich bist, und sich im Gegenzuge auch dir absolut aufrichtig und transparent zu offenbaren, so ist die Chance, auf jemanden anderes zu treffen, die oder der hierzu sowohl bereit als auch in der Lage, aktuell alles andere als schlecht…

Sollte dein konkretes Gegenüber in der Liebe dazu neigen, zu verurteilen oder abzuwiegeln, zu mauern, zu spotten oder zu drohen oder dir gegenüber immer wieder nicht ganz ehrlich sein, dann mache dir klar, es gibt da draußen in der Welt Menschen, die diese Sache ganz anders angehen als er oder sie…

Möglicherweise vielleicht ist der eine oder die andere von diesen ja außerdem gerade sowohl Single als auch dein Typ…?

Da wäre es doch toll, wenn ihr irgendwie voneinander erfahrt… Oder…? Und wenn ihr bestenfalls auch selbst offen, innerlich aufgeräumt und bereit wärt für eine neue Liebe… Nicht…?

Hier findet ihr die sieben apokalyptischen Reiter der Liebe zum Download und Ausdrucken als ein kleines Erinnermich für euren Alltag:

    

                                                                        

Was denkt ihr über diese 7 apokalyptischen Reiter…?

Übertreibe ich hier, was ihre zerstörerische Macht angeht…?

Oder fehlt in euren Augen noch einer…?

Hinterlasst mir gerne einen Kommentar…!

                                                                        

Ihr habt Lust auf mehr Input…?
Lest sehr gerne hier weiter:

Liebe auf Augenhöhe: Menschenbild

Beziehung oder Partnerschaft

Was ist „Liebe auf Augenhöhe“…?

Sind Liebesbeziehungen das Werk des Teufels…?

                                                                        

Ihr habt Interesse daran, euch selbst im Umgang mit der Lust professionell begleiten oder supporten zu lassen…? Ein Erstgespräch mit mir ist immer kostenlos und unverbindlich, aber nur selten umsonst…!

Nehmt gerne hier KONTAKT mit mir auf…!

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