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Dirty Talk – Die Intimität des Unverschämten

Dirty Talk

Die Intimität des Unverschämten

„Hmmmmm! Du bist so unglaublich lecker!“

„Ja, bitte! Mach weiter damit! Du machst das so g’urrrrrr!“

„Mein Gott, ja! Mein Gott! Ja! Ah!!!“

Unter uns gesprochen: Die meisten von uns mögen es im Schlafzimmer ja doch ziemlich gern, wenn unsere Spielpartner wohlige Geräusche ausstoßen, uns fordern oder jauchzend den Namen Gottes anrufen. Es erregt uns, wenn unser Liebespartner beim Sex schöne Dinge sagt. Noch einmal: Meiner Erfahrung als Paar- und Sexualberater nach gilt das für die allermeisten von uns voll und ganz unabhängig vom Alter, Geschlecht oder sonstigen Geschmacksvorlieben.

Wenn wir das ernst nehmen, dann müsste eigentlich des nachts oder tags aus den deutschen Schlafzimmern ein beständiger, feuchtwarmer Lobgesang aus Stöhnen, Seufzen und Gurren zum Himmel steigen. Durchwoben von Liebesschwüren, gehauchten Bitten und schamlosen Ausrufen.

Tatsächlich jedoch herrscht in vielen Betten selbst bei regem Verkehr eine seltsam unentspannte Stille. Wir tun es zwar, aber wir reden nicht darüber. Und schon gar nicht dabei.

Das ist schade. Denn dabei entgeht uns einiges an Freude und wohligem Vergnügen, das wir ebenso uns selbst wie einander bereiten könnten.

Was ist los in den deutschen Liebeshöhlen?

Und was sagt uns das über unsere Sexualität?

„Besorg’s mir, du Hengst!“
Mama, Papa und die Pornoindustrie

Die ersten Prägungen im Umgang mit Männlichkeit, Weiblichkeit und Sexualität erlebten die meisten von uns naturgemäß im Elternhaus. Leider war das, was wir dort erlebten und erfuhren, in aller Regel nicht gerade eine Steilvorlage für die Entwicklung einer lust- und liebevollen, einer freudigen und lebendigen Sexualität. Nicht selten war geradezu das Gegenteil der Fall. Manch eine/r von uns fragt sich mit Blick auf die eigenen Eltern bis heute, wie er oder sie eigentlich gezeugt wurde, oder ob an der Sache mit der Jungfrauengeburt nicht doch mehr dran ist, als allgemein behauptet wird.

In der Schule hatten wir Sexualkundeunterricht. Allein die Aufnahme dieses Themas in den bundesdeutschen Bildungskanon ist ein wichtiger Etappensieg der sexuellen Revolution jener „wilden“ 60er und 70er Jahre. Federführend beteiligt an dieser Entscheidung war eine Frau gewesen: Käthe Strobel, Gesundheitsministerin der SPD-geführten Bundesregierung, setzte das Thema gegen zum Teil erbitterten Widerstand konservativer politischer Kreise sowie der damals einflussreichen katholischen Kirche durch. In der benachbarten DDR war dieser Schritt übrigens bereits kurz nach ihrer Gründung im Jahre 1947 getan worden. Das nur am Rande.

Was wurde uns in der Schule über unsere Geschlechtlichkeit gelehrt? Wir lernten Schaubilder und Fachbegriffe auswendig, und von der Sexualkunde ging es nahtlos über zur Genetik. Was wir lernten, waren die Grundlagen der Fortpflanzung. Wir wussten: Von Sex kann man schwanger werden. Das wussten die meisten von uns damals allerdings auch vorher schon.

Davon ab war die Sexualkunde ein Fach, das sich vorrangig mit Krankheiten beschäftigte. Themen wie Lust, Anziehung und Begehren, Selbstverantwortung, Selbsterkenntnis, Bewusstheit und Verantwortung im Umgang mit unserer Geschlechtlichkeit wurden ebenso sorgsam umschifft wie das weite Feld unserer Gefühle und Bedürfnisse, unserer Ängste, unserer Sehnsüchte und unzähliger weiterer unserer offenen Fragen.

Was wir in Elternhaus und Schule übereinstimmend lernten, war, dass unsere Sexualität und Wollust nicht etwas Freudiges und Feiernswertes waren, sondern etwas Peinliches, Unzivilisiertes oder Schmutziges. Etwas, über das man besser nicht spricht. Etwas, womit jeder und jede von uns wohl oder übel alleine klarkommen muss.

So vorbereitet (besser: „unvorbereitet“ / noch besser: „irregeleitet“) stolperten wir also durch unsere ersten sexuellen Erfahrungen. Plötzlich waren wir konfrontiert mit Gier, mit Angst oder Scham. Bei uns selbst oder unseren Liebes- oder Sexualpartnern. Niemand hatte uns erzählt, wie wir damit umgehen konnten. Wir erlebten, wie die Berührung einer fremden Hand auf unserer Haut unser ganzes System in Aufruhr versetzte. Das war schön! Das war schrecklich! Das war unheimlich und wunderbar zugleich. Von dem Schönen wollten wir mehr, von dem Beängstigenden weniger. Aber es gab niemanden, den wir fragen konnten, wie das ging. Und dann sahen wir irgendwann unseren ersten Porno…

Was für eine fremde Welt tat sich dort vor uns auf! Da wurde gerammelt, gebumst und gestöhnt, als gäbe es keine Moral und kein Morgen mehr. Was uns die Pornoindustrie in ihren Filmen und Hochglanzheften vor Augen führte, war das radikale Gegenmodell zu all dem, was wir in Schule und Elternhaus über das Thema Sexualität „gelernt“ hatten. Hier hatte all das Animalische, das Gierige und Unverschämte seinen Platz im Rampenlicht. Prall glänzende Riesenschwänze trieben es pausenlos mit einer dauerfeuchten Pussy nach der anderen. Und wenn er oder sie genug hatte von diesem einen nassen Loch, dann kam eines der beiden anderen dran. Die Deutlichkeit der Bilder machte etwas mit uns. Sie wühlte uns auf. Auch darauf waren wir nicht vorbereitet. Und auch damit mussten wir irgendwie alleine klarkommen.

Die Pornoproduzenten zeigten uns ein ganz anderes Bild von dem, was Sexualität sein kann, als wir zuvor gelernt und erfahren hatten. Nicht nur, was die Menschen in diesen Filmen miteinander trieben, war schamlos und unerhört. Auch das, was sie zueinander sagten, während sie all diese Dinge taten, war so ungezogen, dass es uns rote Ohren bescherte.

Doch so unterschiedlich sie auch waren, eine Sache hatten die Pornosternchen mit unseren Eltern und Lehrern gemein: Sie gaben keine Rollenvorbilder ab, an denen wir uns orientieren konnten oder wollten.

Ironischerweise unterstreicht das sportliche Wahllos-Miteinander in diesen Filmen geradezu die lebens- und sexualitätsfeindliche Haltung unserer Elternhäuser. Was wir dort sehen, sind, von Ausnahmen abgesehen, eben nicht mündige und würdevolle Menschen, die im Auge der Kamera die unbändige Schönheit und Fülle menschlicher Sexualität zum Ausdruck bringen. Stattdessen präsentieren sie uns zweidimensionale Abziehbilder beiderlei Geschlechts, deren sprachlicher Ausdruck einen IQ im Umfeld von Weißtoast und Milchbrötchen vermuten lässt.

Auch hier wurden und werden wir also leider nicht fündig. Es scheint, wir bräuchten professionelle Nachhilfe in sexueller Kommunikation.

„Sag doch einfach…!“ – Gut gemeinte Nachhilfe in sexueller Kommunikation

Wer im Internet auf die Suche geht nach Tipps für die eigene Schlafzimmerrhetorik, muss nicht lang warten. Google braucht keine halbe Sekunde, um uns für das Stichwort „Dirty Talk“ knapp eine Million Ergebnisse auszuspucken. Inzwischen ganz vorne mit dabei: Die Frauenzeitschriften.

Ob Cosmopolitan, Freundin oder Brigitte, ob frauenzimmer.de oder woman.at: Sie alle fühlen sich berufen, den Frauen unserer Kultur das erotische Vokabular nahezubringen. Doch auch Männermagazine wie GQ oder Men’s Health finden sich unter den Treffern. Und sogar die ZEIT präsentierte im Mai 2016 mit dem Sexualwissenschaftler Ulrich Clement ein umfangreiches Interview zum Thema.

Doch so gut gemeint die hier landauf, landab zu findenden Ratschläge auch sind (Hinweis: Das Interview in der Zeit war wirklich gut!), nahezu alle übersehen einen essenziellen Punkt: Der Grund für das verschüchterte Schweigen im Bett liegt nur in den wenigsten Fällen darin, dass die betroffenen Menschen nicht über das notwendige Vokabular verfügen. Die Worte sind ja in aller Regel da und durchaus bekannt. Sie kommen uns leider nur nicht über die Lippen. Etwas in uns hält unseren Ausdruck zurück. So etwas beheben wir nicht durch ein bisschen Vokabelkunde. Dazu müssen wir uns selbst gegenüber ehrlich sein. Und das ist nun wieder etwas, wofür es weder in unserer Erziehung noch in unserer Kultur besonders viele oder gar leuchtende Vorbilder gibt.

Es ist wie das Bildnis jenes gezähmten Elefanten, der als Jungtier bereits mit einem Strick an einen Pflock gebunden wird. Als tapsiger Rüsselträger versucht er noch, sich von dem Pflock zu befreien. Jedoch reicht seine Kraft zu diesem Zeitpunkt hierfür schlicht noch nicht aus. Noch als erwachsenes Tier lässt es sich mit eben jenem Strick an eben jenen Pflock binden. Es bräuchte nur einen Bruchteil seiner erwachsenen Kraft, um den schmalen Pfahl aus dem Boden zu ziehen. Doch irgendwann in seinen jungen Jahren hat das Tier den Kampf aufgegeben. Das Seil ist für ihn zum Teil seiner Identität geworden und sein Pflock zur Grenze der für ihn erfahrbaren Welt.

Wenn wir lernen wollen, lustvoll und erotisch miteinander zu kommunizieren, dann reicht es nicht aus, uns Vokabeln oder Formulierungshilfen anzuschauen. Es sind unsere geistigen Blockaden und Hemmschwellen selbst, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen (bzw. „dürfen“!).

Die spannende Frage lautet nicht: „Was kann oder darf ich eigentlich sagen?“ Auf diese Frage haben wir längst Antwort genug.

Die Frage lautet: „Wer und wie möchte ich in meiner Sexualität sein?“

Antworten auf diese Frage finden wir im Internet bedeutend weniger leicht. Auf diese Frage hat uns auch in Schule und Elternhaus niemand vorbereitet. Das lag allerdings vor allen Dingen daran, dass die damals Verantwortlichen dort sich gar nicht darüber im Klaren waren, dass man sich eine Frage wie diese überhaupt stellen konnte – oder durfte.

Die Frage an sich ist also noch recht neu. Und sie ist wirkungsvoll. Wenn wir uns dieser Frage aufrichtig stellen, dann kommen viele sehr konkrete Antworten auf andere Fragen plötzlich von ganz allein.

„Bin ich gut genug im Bett?“ – Guter Sex hat nichts mit leise oder laut zu tun.

Es gibt Spielarten von wundervollem, erfüllendem und berauschendem Sex, die finden in nahezu absoluter Stille statt.

Manches tantrische Ritual benutzt geradezu Langsamkeit, Schweigen und Spüren, um eine goldene Sphäre heiliger Intimität zu erschaffen, die nur in dieser Art von Begegnung erblüht.

Vielleicht auch spielen an einem Sonntagnachmittag nebenan die Kinder, während Mama und Papa „ein kleines bisschen Mittagsschlaf“ machen. Jedes Geräusch könnte die Aufmerksamkeit und Neugier des Nachwuchses wecken…

Vielleicht befinden wir uns miteinander in einem Zelt unter lauter anderen Zelten. Jedes Rascheln könnte unser Tun einer breiten Öffentlichkeit verraten. Und das wollen wir ganz bestimmt nicht. Aber auch nicht die Finger voneinander lassen. In derlei Situationen kann die Angst vor dem Erwischtwerden die Lust aufeinander geradezu anfachen.

Leiser Sex kann wundervoll sein.

Das Gleiche gilt für lauten Sex, tabulosen, unverschämten und unmoralischen Sex. Diese Art von Sexualität berührt uns vollkommen anders. Sie bringt uns in Kontakt mit unserer animalischen Seite, mit dem Tier in uns. Dieses Tier ist in uns allen. Es ist unser Ursprung und unsere Verbindung mit allem, was lebt und liebt. Dies ist das Feld unverschämter Verspieltheit, diebischer Freuden und sinnesüberflutender Ekstase.

„Guter Sex“ ist keine Frage von leise oder laut, von vorsichtig oder frech, von achtsam oder animalisch…!

Wir haben zwar möglicherweise eher eine Vorliebe für das eine oder das andere Spielfeld körperlicher Liebe. Aber bei Lichte betrachtet finden doch die meisten von uns beides irgendwie gut. Nur finden wir manchmal irgendwie halt nicht alles gut, was wir selbst gut finden. Nicht alles, was uns erregt, passt nahtlos in unser über Jahre wohlgeformtes Selbstbild. Vielleicht macht es uns Angst vor uns selbst, oder wir schämen uns dafür. Damit umzugehen kann manchmal kompliziert sein.

Wie der große Elefant aus der Geschichte tragen viele von uns nie hinterfragte, aber gleichzeitig teils schwer fehlerhafte Überzeugungen mit sich durch ihr Leben. Was bedeutet es, als Mann oder Frau ein guter Fang zu sein? Was habe ich zu tun, zu leisten oder zu bringen, und wie habe ich sonst zu sein, damit ich gut genug gefunden werde? Und/Oder: Was hat der oder die Andere zu tun, zu leisten oder zu bringen, um für mich gut genug zu sein?

„Guter Sex“ ist keine Frage des „Müssens“, sondern eine des „Dürfens“!

Wenn alles da sein darf, was da ist, dann wird die Sexualität zu einem grenzenlosen, weiten Feld der Intimität und Freude. Ein Feld, in dem alles gefühlt, alles an- und ausgesprochen und alles gewünscht werden darf.

Wer frei ist in seiner/ihrer Sexualität, der/die ist beim Sex manchmal leise und manchmal laut. Der/die ist manchmal zart und manchmal unverschämt, gierig und wild. Der/die ist manchmal sittsam, manchmal liebevoll anzüglich und manchmal frech frivol.

Wie frei bist du in deiner Sexualität? Darf alles, was da ist, auch da sein? Oder unterdrückst du heimlich ungeliebte Facetten deiner Liebe, deiner Lust oder deiner Lebendigkeit?

„Weil’s Spaß macht…!“
Ich tu’s nicht für dich. Ich tu’s für mich.

Du liest einen Artikel, in dessen Überschrift es um Dirty Talk geht. Wäre das Thema in deiner Beziehung ein fester Bestandteil eurer Sexualität, dann hättest du sehr wahrscheinlich nicht bis hier gelesen. Das Thema beschäftigt dich also. Irgendwie.

Vielleicht ist es dein Partner oder deine Partnerin, die dir erzählt hat, dass Stöhnen oder ungezogene Worte ihn oder sie in Fahrt bringen. Dann kannst du dem Wunsch natürlich nachkommen, doch so lange du es nur tust, um ihm oder ihr zu gefallen, wirst du dich dabei unwohl und verdreht fühlen. Erst wenn du erfährst und spürst, dass das, was er oder sie sich wünscht, an allererster Stelle dir große Freuden bringt, erst dann wirst du es mit Wonne und Vergnügen tun.

Aber was hättest du davon?

„Es macht sie an, wenn ich stöhne. Das sehe ich in ihren Augen. Das wiederum macht mich an.“ Paul, 48

„Ich weiß, dass es ihn erregt, wenn ich ihm erotische Nachrichten oder Bilder von mir auf sein Handy schicke, während er auf der Arbeit ist. Es gefällt mir, zu wissen, wie sehr er mich will!“ Karina, 29

„Ich fühle mich selbst mehr, wenn ich meinen Atem und meine Stimme frei fließen lasse. Meine Lust wird dann tiefer. Dabei gerate ich manchmal wie in eine Trance.“ Johanna, 52

„Er mag es, wenn ich seinen Schwanz als prächtig und schön beschreibe. Er atmet dann immer stoßhaft durch die Nase ein, wie ein Tier. Die Seite mag ich einfach an ihm!“ Alex, 39

„Da schau her!“ – Die Kunst der liebevollen Grenzüberschreitung

Alles Ausprobieren ist eine Grenzüberschreitung. Wir wagen uns hinaus auf unbekanntes Terrain. Wir möchten gerne schöne Erfahrungen machen, aber da das, was wir zum ersten Mal tun, Neuland ist, fühlen wir uns immer auch irgendwie ein kleines bisschen in Gefahr.

Diese Aura des Unbekannten und Gefährlichen selbst kann überaus aphrodisierend sein. Allerdings ist es essenziell wichtig, sie gut zu dosieren. Ist die innere Anspannung zu hoch, dann entfaltet sie bei vielen Menschen eine lähmende Wirkung. Oder sie entlädt sich in spontanen Ausbrüchen von Zorn, Trotz oder sonstiger Abwehr. Ist die Anspannung auf Dauer zu gering, schleichen sich Gewöhnung und Langeweile ein. In richtiger Dosis aber erzeugt sie eine elektrisierende Wachheit und Lebendigkeit. Allein um ihrer Willen tun wir gut daran, immer mal wieder etwas Unbekanntes auszuprobieren. Darüber hinaus halten derartige Erfahrungen unser Gehirn geschmeidig und frisch.

Der Schlüssel zu liebevoller Grenzüberschreitung besteht in einer kindlichen Neugier und Spielfreude. Wir nehmen die Grenzen da wahr, wo sie sind. Es ist unnötig, sie zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Sie sind da, wo sie sind. Wenn ich nicht mehr um meine Grenzen kämpfen muss (mit anderen oder mir selbst), dann erst kann ich beginnen, diese Grenzen meiner Komfortzone ein wenig spielerisch zu betrachten, sie zu überschreiten und auch mal etwas Neues ausprobieren.

Hierbei wagen wir uns nur so weit aus unserer Komfortzone hinaus, wie es unsere Lebendigkeit elektrisiert, ohne uns darin zu lähmen. Wie weit genau in welche Richtung das ist, das kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.

„Oh, mein Gott…!“ – Ein paar Worte über das Wording

„Ich finde es scharf, wenn sie im Schlafzimmer bettelt und bittet.“ Paul, 48

„Ich fühle mich begehrt, wenn er mir sagt, dass er mich schön und sexy findet. Dass ich gut rieche. Dass ich gut schmecke. Solche Sachen mag ich ziemlich gerne.“ Karina, 29

„Wenn er mir sagt, dass ich dran bin, dass er mich gleich nehmen wird. Dann weiß ich schon, was als nächstes passieren wird. Dann ist es, als würde in meinem Gehirn das Licht gleichzteitig an- und ausgehen. Dann ist alles in mir nur noch willig und warm.“ Johanna, 52

„Wenn er mir Befehle gibt…! Wenn er mir sagt, was ich machen soll…! Ja, das finde ich gut.“ Alex, 39

Es kommt nicht darauf an, was genau du sagst oder tust! Wenn du Freude an deiner eigenen Lust und der deines Partners hast, dann wirst aus eben dieser Freude heraus Dinge tun und sagen, die deine und ihre oder seine Lust und Wonne steigern. Nicht deine Worte, Gesten und Geräusche sind es, die deinen Partner oder deine Partnerin erregen, sondern die innere Haltung dir selbst und ihm oder ihr gegenüber, die durch diese Worte, Gesten und Geräusche unverhüllt zum Ausdruck kommt.

Wenn du deinem oder deiner Liebsten in dieser Haltung begegnest, ist es fast egal, was du sagst oder von dir gibst. Weil alles, was du von dir gibst oder sagst, deine Freude an deiner, seiner/ihrer und eurer gemeinsamen Sexualität transportiert.

Darüber hinaus gibt es natürlich Ausdrucksformen, Worte oder Formulierungen, die gerade dich oder deine/n Liebste/n unter Starkstrom setzen. Glücklich die Liebenden, die solcherlei Dinge voneinander wissen. Denn dann können sie sie einander vielleicht ab und an erfüllen und dadurch jeder auf seine Weise das gemeinsame Glück mehren.

„Sexy, and I know it!“ – Auf geht’s!

Es kommt nicht darauf an, was du sagst. Es kommt nicht darauf an, wie leise oder laut du bist. Es kommt darauf an, wer du bist, wenn du mit deinem Partner oder deiner Partnerin in die Lust abtauchst. Es kommt darauf an, wer und was es ist, das sich deinem oder deiner Liebsten durch dich und durch deine Sexualität offenbart.

Du bist mehr als nur ein Mensch. Du bist Mann oder Frau. Du bist ein auf deine ganz eigene Art und Weise und bis in jede deiner Zellen durch und durch sexuelles Wesen. Du bist Yin, und du bist Yang. Du bist Engel, und du bist Tier. Und so ist es dein Partner oder deine Partnerin.

Unsere Sexualität ist ein Spiel, das, richtig gespielt, die Flamme unseres Begehrens zueinander immer wieder neu entfacht. Und plötzlich sagen wir Dinge, weil wir uns frech und ungezogen fühlen dabei. Oder wir genießen, welchen Effekt sie auslösen. Wir hören uns frei und freudig aufstöhnen, ohne dass wir nachdenken davor oder danach.

Die Regeln sind nicht schwer.

Wir müssen uns nur erlauben, zu spielen.

Welche Rolle spielt die lustvolle Kommunikation in deiner Sexualität?

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Lies hier weiter:

Was weißt du über Sex? Bewusstheit als Schlüssel zu sexueller Fülle

Was genau ist eigentlich „guter Sex“?

untervögelt – Macht zu wenig (guter!) Sex uns hässlich, krank und dumm?

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