Die 7 großen Entscheidungen in der Liebe

01. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist bewusst.

„Augenhöhe“ bedeutet: Ich als ganzer Mensch begegne dir mit allem, was du bist. Dazu ist es nochvollziehbarerweise notwendig, dass wir zunächst einmal wissen, wer wir selbst eigentlich sind. Und das auf einer tieferen Ebene als Name, Geburtstag, Hobbies und Beruf.

Bewusstheit bedeutet zu allererst: nach innen schauen. Das erfordert Entschlossenheit und Mut. Denn nicht alles, was wir dort sehen, wird uns auf Anhieb gut gefallen. Ein jeder und eine jede von uns beherbergt in sich Widersprüche, Abgründe und Dämonen, die Ängste schüren und allzu oft gehöriges Unheil stiften.

Auch wir selbst, unser „Ich“, ist kein Ding, das sich mit wenigen Worten klar umschreiben lässt. Es hat eine Geschichte, einen Entwicklungsweg. Darum ist es ein „Prozess“. Darüber hinaus steht es in Beziehungen und in Austausch mit anderen Menschen und seiner Umwelt. Wir formen unsere Umwelt. Und unsere Umwelt formt uns. Wir sind ein „Feld“. Manche von uns, die den Weg der Bewusstheit bereits seit einer Weile gehen, erfahren sich selbst möglicherweise sogar als „Raum“.

Bewusstheit bedeutet, sich selbst wirklich zu kennen: Unsere Bedürfnisse und unsere Wünsche. Unsere verinnerlichten Reiz-Reaktions-Muster und unsere inneren Widersprüche.

Erst wenn wir gelernt haben, die eigenen Abgründe, Dämonen und Bedürfnisse furchtlos und liebevoll anzuschauen, sind wir auch in der Lage, einen anderen Menschen wirklich, mit all seinen Eigenarten, in Liebe so anzunehmen, wie er (gerade) ist.

Bewusstheit bedeutet auch, zu wissen, was mir gut tut und mir hilft, meine Energien aufzuladen. Und es bedeutet, zu wissen, dass jeder von uns immer wieder seine Energien aufaden muss. Und dass wir dafür vielleicht unterschiedliche Wege haben.

Bewusstheit bedeutet, zu wissen, was meine wichtigsten Bedürfnisse sind, und wie ich diese nähren kann. Erst wenn ich meine entscheidenden Bedürfnisse kenne, kann ich diese auch äußern. Erst wenn ich sie äußere, hat mein Partner eine Chance, sie mir bewusst zu erfüllen.

Bewusstheit bedeutet auch, zu wissen, dass deine essenziellen Bedürfnisse möglicherweise ganz andere sind. Und nur du wissen kannst, was dir gut tut und dich nährt.

Und so kommen wir zur der zweiten großen Entscheidung:

Der Entscheidung zur Aufrichtigkeit.

02. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist aufrichtig.

Wenn ich glaube, ich muss dir etwas vortäuschen, um von dir geliebt zu werden, dann sollte ich mir vielleicht die Frage stellen, ob ich mit dieser Strategie jemals wirklich glücklich werde. Falls die Antwort kein klares „Ja!“ ist, könnte es eine gute Idee sein, die bisherige Strategie oder vielleicht sogar unsere Beziehung an sich gründlich zu überdenken.

Ich zeige mich dir mit allem, was ich bin. Ich zeige dir meine Abgründe und Dämonen ebenso wie meine Sehnsüchte und Träume. Ebenso bin ich gewillt und in der Lage, dich in all dem zu sehen und anzunehmen, was du bist, was du fühlst und was du wünscht.

Vielleicht rebellieren meine inneren Kinder, wenn du sprichst. Doch je bewusster ich werde, desto mehr werde ich zum Hüter meiner inneren Welt. Je besser ich meine Schatten und Dämonen kenne, desto leichter wird es mir fallen, auch den deinen in die Augen zu sehen. Bis sie zwinkern. Und ich weiß: sie werden zwinkern.

Aufrichtig zu sein bedeutet auch: Wenn ich dir mein Wort gebe, dann stehe ich zu meinem Wort. Wenn ich nicht zu meinem Wort stehen kann, dann teile ich dir das mit. Alles Andere ist Täuschung. Täuschung bedeutet Manipuliation. Die Strategien der Täuschung und der Manipulation sind weit verbreitet. Mit einer Partnerschaft auf Augenhöhe jedoch sind diese Strategien nicht kompatibel.

Die dritte Entscheidung ist die Entscheidung zur Kooperation.


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