Der König / Die Königin: Ich wähle dich.

Der König / Die Königin ist das Sinnbild all dessen, was bewusst, integer und würdig ist. Wir könnten ihn auch den erwachsenen Mann / die erwachsene Frau oder den guten Vater / die gute Mutter nennen.

Es ist der Archetyp des weisen Herrschers oder der weisen Herrscherin. Der gute Vater oder die gute Mutter des Reiches und all seiner Einwohner. Diese Königin weiß um ihren Wert und den ihres Landes und gibt nichts davon unter eben diesem Wert hin. Sie ist erfahren im Leben und bewahrt auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf. Der König steht zu sich und zu seinem Wort. Er hat in seinem Tun stets das Ganze und die Zukunft im Blick. Der König weiß, wo er gebraucht wird. Genau dort ist er und gibt gibt das, was gebraucht wird von ihm.

Der König oder die Königin hat als Archetyp in unserer Kultur einen hohen Wert. Der König ist selbstbewusst und selbstbestimmt. Der König ist frei. Der König kriegt, was er will. So möchten wir gerne, dass alle anderen Menschen uns sehen: Als König oder Königin über unser eigenes Leben.

Die Kräfte des Königs oder der Königin in uns sind nicht die Macht oder Dominanz über jemanden oder etwas. Es sind Würde und Integrität.

Leider haben aber nicht alle Menschen gelernt, eine derart erwachsene Form des Königs oder der Königin zu entwickeln. Statt der Verantwortung für ihr Handeln lehrten ihre Vorbilder sie, ihre Macht zu missbrauchen, um andere zu unterdrücken und zu beherrschen. Sie wurden zu Tyrannen und Despotinnen. Dies sind die Schattenformen des Königs und der Königin: unterentwickelte, aus lange unterdrücktem Zorn entstandene Zerrbilder all dessen, was Selbstbewusstheit und Selbstbestimmheit bedeuten kann.

Solche Menschen erzeugen vor allem in ihrem direktesten Umfeld beständige Kämpfe um Macht oder Recht und erzeugen dadurch Unmengen an emotionalem Leid. Ihr Regime endet oft sehr plötzlich und auf unschöne Weise. Doch das ist nur ein schwacher Trost.

Andere Menschen scheinen über gar kein Königsbewusstsein zu verfügen. Sie ordnen sich gewohnheitsmäßig unter. Sie überlassen ihr Schicksal den Entscheidungen Anderer und erheben ihre Stimme auch dann nicht, wenn sie etwas Wichtiges und Wertvolles zu sagen hätten.

Auch diese Menschen haben einen König oder eine Königin in sich. Nur ist der Thron in ihnen von einer schwachen und unentschlossenen Witzfigur besetzt, die das Land im Stich lässt, und über die das eigene Volk spottet und flucht.

Wenn diese Menschen doch einmal für ihre Interessen eintreten, so hat dies oft etwas sehr Kindliches. Ihre Wünsche haben wahlweise etwas unterwürfig Bettelndes, oder aber sie werden trotzig fordernd vorgebracht. Das innere Kind übernimmt die Funktionen der Königin. Das kann nicht gut sein für das Land. Und das kann nicht gut sein für das Kind.

Der König sucht in seinem Gegenüber die Königin. Und sie sucht ihn. (Schwule und lesbische Könige und Königinnen suchen natürlich jeweils ihresgleichen. Logisch.) Gemeinsam ist ihr Heimatfeld das Feld der bewusst gestalteten Partnerschaft. Auf Augenhöhe führen sie die Beziehung mit dem Ziel größtmöglicher Mehrung des Glücks aller Seiten.

Das zumindest kann passieren, wenn erwachsene Könige und Königinnen miteinander in Kontakt sind.

Der König / Die Königin spricht:

Die Liebe ist eine Entscheidung.

Ich habe dich gewählt und mich für dich entschieden. Ich kenne mich gut und weiß auf mich zu achten. Ich weiß, dass jeder von uns gleich wichtig ist. Darum bevorzuge ich Entscheidungen, die uns beide unserem Glück näher bringen. Ich habe mein, dein und unser Ziel im Blick, so dass ich dich führen kann, wenn du nicht mehr weißt, wo du bist oder wohin du willst.

Ich weiß, dass ich nicht vollkommen bin, und dass du es nicht bist. Wir beide haben Fehler gemacht und werden wieder Fehler machen, aber dadurch wird das Leben interessant. Und was immer mir und uns geschehen wird: Ich bin bereit, in der Lage und gewillt, diesen Weg mit dir zu gehen.

Der König / Die Königin: Zusammenfassung

Grundessenz: Bewusstheit

Schatten: Tyrann / Tyrannin

Hüter/in der Sphäre: Partnerschaft

Lichtkräfte:
Autonomie → Ich wähle dich.
Ehrlichkeit → Ich sehe dich.
Respekt → Ich achte dich.
Verantwortung → Ich tue mein Bestes.

Schattenkräfte:
Autorität → Ich beherrsche dich!
Arroganz → Ich durchschaue dich!

Assoziationen: führungsstark, erfahren, gerecht, souverän, bewusst, willensstark, selbstbestimmt, würdevoll, integer, weitsichtig, klar…


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