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Dirty Talk – Die Intimität des Unverschämten

Der besondere Zauber des Oralverkehrs

Und warum manche Menschen sich vor ihm fürchten…

Beginnen wir mit einem kleinen Experiment:

Was empfindest du beim Lesen der folgenden Sequenzen…?

„Während sie langsam tiefer rutschte, wechselte ihr Blick hin und her zwischen seinen Augen und seinem Schwanz. Dieser Blick, so voller Liebe und Vorfreude… Dieser Schwanz, der prall, kraftvoll und gierig in ihren Händen lag, während sie sich ihm langsam, ganz bewusst, näherte… Seine Eichel, dieses stolze, rote, glänzende Tier, das sich wollüstig aufpumpte, immer dann, wenn ihre Blicke die seinen trafen… Sie roch seine heiße Männlichkeit… An der Spitze dieser prachtvollen Eichel schillerte wie auf einem Thron aus purpurnem Samt ein Tropfen aus animalischer, heißer Lust. Zufrieden lächelnd nahm sie diesen mit der Zungenspitze auf, bevor sich ihre Lippen um seine Eichel schlossen. Ein tiefes und entspanntes Stöhnen drang aus ihm auf. Ihre Mundwinkel umspielte ein selbstzufriedenes Lächeln…“

„Sie lag auf dem Wohnzimmertisch vor ihm, halb in Trance von den festen, rhytmischen Stößen seines Schwanzes. Er zog sich aus ihr und ging hinab in die Hocke. Um ihr guten Halt und eine bequeme Lage zu zu ermöglichen, platzierte er ihre noch leicht zitternden Füße auf seinen Schultern. Vor ihm lag pochend und pulsierend ihr heiligstes Fleisch… Nass und saftig lächelte ihre Vulva ihm entgegen… Ein weißer Tropfen ihrer gemeinsamen Lust glänzte im Eingang ihrer Vagina… Ihr Schoß dampfte vor Wollust und Genuss… Ein roher, würziger Geruch nach Frau stieg ihm in die Nase auf… Ganz zart strich er mit seiner weichen Zunge an ihren inneren Vulvalippen entlang. Ihr Körper erzitterte, und ein zutiefst freudvolles Seufzen entfuhr ihrem Mund. Das gefiel ihm. Hier, beschloss er, würde er noch ein bisschen länger bleiben…“

Was hat es mit dir gemacht, diese (potenziell unerwartet expliziten) Beschreibungen zu lesen…? Konntest du dich in die beiden Protagonist:innen einfühlen und dich von ihrer Freude zumindest ein kleines bisschen anstecken lassen…? Hast du beim Lesen gelächelt…? Oder kam in dir Widerwille, Abwehr oder gar Ekel auf…?

Oralverkehr ist bedeutend mehr als einfach nur irgendeine Spielart beim Sex. Ist es nicht so…? Oralverkehr, das spüren viele von uns intuitiv, ist irgendwie etwas Besonderes. Was genau aber macht diesen besonderen Zauber aus…? Und warum haben so viele Männer wie Frauen Hemmungen bei der Vorstellung, ihren Liebespartner (m/w/d) mit Lippen, Zähnen und Zunge nach Strich und Faden zu verwöhnen – oder aber sich selbst auf diese Art von ihm oder ihr ebenso dankbar wie glückselig beschenken zu lassen…?

Was ist da los…?

Mein Selbstwert, meine Genitalien und ich…

Viele, viele Männer wie Frauen in unserem Kulturkreis haben ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Körper, zu ihren Gefühlen und insbesondere zu ihrer Sexualität, in der beides schließlich in Hochpotenz aufeinandertrifft.

Höchstwahrscheinlich wuchsen die meisten der heute erwachsenen Menschen hier bei uns in den prägenden Jahren ihrer Kindheit und Jugend in einem familiären Umfeld auf, in dem dem Thema Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität mit geradezu bodenloser Unbeholfenheit und Scham begegnet wurde.

Bis heute werden Themen wie „Lust“ und „Sex“ in vielen Familien schlicht und einfach totgeschwiegen. Manche Kinder wachsen auf, ohne dass sie auch nur einen ihrer beiden Eltern jemals das Wort Penis oder Vulva aussprechen hören. Das hat Folgen. Und zwar ebenso subtile wie langfristige…

Wer so eine Art von Prägung durchlaufen hat, trägt aus dieser nicht selten Überzeugungen davon, die ihm oder ihr über viele Jahre und Jahrzehnte einen natürlichen, achtsamen und bewussten Zugang zu seiner oder ihrer eigenen Körperlichkeit und Sexualität versperren.

Diese Art von Prägungen sitzt tief. Das sollten wir uns immer mal wieder in Erinnerung rufen.

Es ist übrigens keinesfalls so, dass Menschen mit einem gestörten oder gehemmten Verhältnis zu ihrer eigenen Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Lust niemals Sex hätten. Nicht wenige von ihnen bringen im Laufe ihres Lebens sogar mehrere Kinder in diese Welt. Das Maß an Glück, Erfüllung und Hingabe, das diese Menschen in ihren sexuellen Begegnungen erfahren jedoch, bleibt in aller Regel eher bescheiden. Verständlicherweise haben solche Menschen allzumeist kein besonders großes Interesse an Lust und Erotik und sind häufig darum bemüht, den Sex in ihren Liebespartnerschaften sowohl in Sachen Frequenz wie auch in Sachen Intensität möglichst auf ein Minimum zu begrenzen.

Glücklicher- oder traurigerweise (je nachdem), braucht es weder das eine, noch das andere, um Kinder zu zeugen oder eine Familie zu gründen… Zwar erfordert dieser Zwecke durchaus immerhin ein Mindestmaß an dem, was wir umgangssprachlich lapidar „Sex“ nennen. Besonders erfüllend, glücklich oder nährend muss dieser aber, wenn es allein um das Ziel der Erbgutvermehrung geht, allerdings bekanntermaßen nicht sein…

Es gibt verschiedenste Weisen, auf die unser Kontakt zu uns selbst und unserem Körper gestört sein kann. Eine der perfidesten und giftigsten von ihnen besteht darin, von Kindesbeinen an wieder und wieder vermittelt zu bekommen, die eigene Lust, der eigene Körper und insbesondere die eigenen Lustorgane seien abstoßende Makel an uns, die wir nicht nur vor der Welt, sondern bestenfalls auch vor uns selbst tunlichst zu verstecken hätten.

Wer in seinen oder ihren prägenden Jahren immer wieder hören musste, dass „das da unten“ „schmutzig“ oder „eklig“, „iih..!“ oder „pfui…!“ ist, der oder die wird nicht unwahrscheinlicherweise für den Rest seines oder ihres Lebens darum bemüht sein, mit diesem „iih…!“- oder „pfui…!“-Aspekt an sich selbst oder anderen Menschen möglichst wenig konfrontiert zu werden.

Womit wir über diesen kleinen Umweg wieder zurück wären beim eigentlichen Thema dieses Essays:

Oralverkehr konfrontiert uns ebenso direkt wie unübersehbar mit roher, ungezähmter und unberechenbarer Sinnlichkeit, Fleischlichkeit und Wollust…

Unmissverständlich, unignorierbar und mit allen Sinnen zugleich…

Darauf muss man auch erst einmal klarkommen…

„Und sie erkannten, dass sie nackt waren…“

Es gibt tatsächlich Menschen, die versuchen, ihren Sex möglichst „sauber“ zu halten. Sie duschen vor- und hinterher, geben sich nach außen hin verrucht in ihrem Spitzennegligée mit dem Slip Ouvert oder mit ihrem spiegelblank rasierten Pozellankörper. Sie haben durchaus Sex, sie spüren durchaus Lust, und doch sind sie innerlich stets darum bemüht, jeden echten Berührkontakt mit ihrer wilden, ungezähmten Fleischeslust möglichst zu vermeiden…

Oralverkehr konfrontiert uns mit einem Teil unseres Seins, zu dem viele von uns bislang ein eher zwiegespaltenes Verhältnis haben: Einerseits genießen wir die Wellen der Lust, wenn sie durch unseren Körper wogen. Gleichzeitig haben viele von uns zu ihren real existierenden Lustorganen ein bemitleidenswert unbeholfenes oder aber geradezu klinisch-distanziertes Verhältnis…

In keiner sexuellen Praxis sind wir direkter und unmittelbarer mit den Lendenorganen unseres Liebes- oder Spielpartners konfrontiert wie beim Oralverkehr. Sein Schwanz oder ihre Vulva pocht direkt vor unserer Nase. Von der nass glänzenden Schleimhaut steigt ein herber, würziger Duft der Wollust auf. Milliarden von Tast- und Geschmackszellen nehmen über Lippen und Zunge die Struktur und chemische Beschaffenheit dieser Organe ungefiltert in unser Inneres auf.

Schenkt uns ein/e Liebespartner:in seinen oder ihren Mund, um uns dadurch ein paar ebenso himmlische wie überaus irdische Wonnen zu bescheren, dann nimmt er oder sie unseren Duft und darüber hinaus auch unsere Körpersäfte in sich und seinen Körper auf. Beim oralen Sex nehmen wir einander in einer derart besonderen Weise und Tiefe sinnlich wahr, dass wir einander danach nie wieder mit denselben Augen sehen, mit denen wir uns vorher gesehen haben.

Orale Lustgeschenke haben daher nachvollziehbarerweise nicht selten eine intensiv positive Wirkung auf die Bindungsstabilität und die Beziehungszufriedenheit beider beteiligten Partner:innen.

Nein, du stinkst nicht „da unten“…! Ehrlich nicht…!
Hör bitte auf, das zu glauben…!

Mach dir das Folgende unmissverständlich bewusst: Wer immer dir eingeredet hat, dein Penis oder deine Vulva sei häßlich, schmutzig, minderwertig, unappetitlich, abstoßend oder ekelig, sagte dir damit nichts über dich, sondern zwangsläufig lediglich über sein oder ihr eigenes Verhältnis zur eigenen Geschlechtlichkeit – und damit über Bande auch relativ unmissverständlich über die bisherige Qualität seines oder ihres eigenen Sexuallebens…

Frage dich selbst: Wie erfahren und bewusst im Umgang mit ihrer eigenen Sexualität waren eigentlich die Menschen, die dir im Laufe deiner Lebensgeschichte vermittelt haben, was du in Bezug auf deinen Körper, deine Sexualität und nicht zuletzt deine Sexualorgane zu denken, zu fühlen, zu tun oder zu lassen hast…?!

An keinem Urlaubsort der Welt würdest du eine ganz offensichtlich desorientierte Person nach dem Weg fragen… Oder…?! Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, dich im Umgang mit deinem Körper und deiner Sexualität an dieselbe Maxime zu halten…

Bitte glaube mir: Solange du nicht gerade akut erkrankt oder aber ein eingefleischter Hygienemuffel (w/d/m) bist, riecht und schmeckt dein Penis oder deine Vulva mit großer Sicherheit in keinster Weise unangenehm oder gar abstoßend.

Ja, deine Lendenorgane haben einen Duft und auch Geschmack. Das stimmt. Da die Zusammensetzung unserer Lustsekrete stark von unserem hormonellen Körperzustand abhängt, verändern auch Geruch und Geschmack sich je nach Alter, Zyklusphase, emotionaler Verfassung, Ernährung und anderen Faktoren. So lange mit dir gesundheitlich wie emotional alles im Lot ist, schmeckst du „untenrum“ mild bis kräftig würzig mit einem mit steigender Lust zunehmenden Bouquet von Testosteron bzw. Östrogenen. So schmeckst du.

Übrigens enthalten unsere Lustsäfte, was kaum überrascht, eine recht hohe Konzentration an Pheromonen. Für die Wahrnehmung dieser an und für sich geruchslosen chemischen Verbindungen gibt es in unserer Nase ein eigenes Sinnesorgan, das keinem anderen Zweck dient als dem Aufspüren dieser Sexualbotenstoffe. Ein sehr schöner Nebeneffekt dieser Wahrnehmung besteht darin, dass die (unterbewusste) Wahrnehmung dieser Botenstoffe dazu führt, dass auch in unserem eigenen Körper die Pheromonproduktion kräftig angekurbelt wird.

Ich empfehle allen Menschen wärmstens, sich mit dem Geruch und dem Geschmack ihrer eigenen Lustorgane zu beschäftigen. Ganz besonders lohnt es sich, herauszufinden, in welcher Weise diese sich verändern, wenn unser Körper tiefer und tiefer in die Lust gerät. Jeder Mann sollte überdies meiner Auffassung nach zwingend eine profunde Ahnung davon haben, wie sein eigenes Sperma riecht und schmeckt. Insbesondere dann, wenn er in sich den Wunsch hegt, eben dieses Schlückchen „feiner Sahne“ in das Innere eines anderen Menschen hineinzugeben…

„Bitte nicht blasen…!“
(Ein paar Worte zur Technik…)

Wer das Internet durchforstet mit ein paar knackigen Suchbegriffen, findet in Sekundenbruchteilen hunderte bis tausende von Websites, die dir den „ultimativen Oral-Kick“, den „perfekten Blowjob“ oder „5 Schritte zum Cunnilingus-Crack“ versprechen… So als wäre ein Penis oder eine Klitoris ein alter Kassettenrekorder, bei dem man einfach nur einmal erklärt bekommen muss, welcher Knopf oder Schalter welche Auswirkung hat, und schon hat man den Kniff raus… Penisse und Klitorides allerdings sind nicht wie alte Kassettenrekorder…

Wobei das Bild mit den Knöpfen und Schaltern im Grunde gar nicht so schlecht ist…

Meinen Klient:innen vergleiche ich uns Menschen in unserer Lust gerne mit außerirdischen High-End-Musikinstrumenten… Manche/r erinnert sich vielleicht an die Bands in der Star-Wars-Kantine oder im „5. Element“… Sowas halt…! Das bedeutet: Wir alle haben lauter Knöpfe und Schalter und Regler und Hebel und Anzeigen und Displays. Sie sind sogar freundlicherweise ausnahmslos alle beschriftet, nur leider in einer für jede/n andere/n als uns selbst vollkommen unverständlichen Sprache…

Jeder und jede von uns ist ein echtes Spitzen-Instrument. Werden die Knöpfe und Schalter an uns in der richtigen Reihenfolge und Weise bedient, dann sind wir in der Lage, geradezu himmlische Melodien und Rythmen zu erzeugen. Spielt jemand allerdings grob, lieblos oder dilletantisch auf uns herum, kann es leicht passieren, dass wir statt himmlischer Harmonien nichts als scheußlichste Dissonanzen von uns geben…

Wie jedes Instrument von Bedeutung tragen auch wir den tiefen Wunsch in uns, dass da jemand käme, der oder die uns nähme und von der ersten Berührung an voller Virtuosität auf uns zu spielen im Stande wäre… Leider allerdings ist dies nur wirklich sehr wenigen von uns vergönnt… Zudem sind wir alle, siehe oben, in unserem Klang- und Resonanzvermögen bei Weitem nicht so einfach gestrickt wie ein Cello, ein Flügel oder ein Bandoneon…

Der beste mir bislang bekannte Weg, um einer Liebes- oder Lustpartnerin (d/m/w) dabei behilflich zu sein, nach und nach mehr und mehr zu einem oder einer echten Virtuos:in auf euch zu werden, besteht daher darin, ihm oder ihr immer mal wieder möglichst genau zu sagen, was genau euch gerade gefällt, erregt oder Wellen aus Wonne beschert – und was grad (oder auch: grundsätzlich) nicht…

Hierfür – ja das stimmt – ist es notwendig, mit möglichst klaren und zugleich möglichst zärtlichen Worten über ein paar Themen zu sprechen, mit denen manche von uns möglicherweise bislang noch nicht besonders viel Erfahrung haben: Über unsere Lust, über unsere Phantasien, Wünsche oder Kinks und immer wieder ganz explizit über unseren Körper und unsere verschiedenen erogenen Zonen.

Damit uns dies gelingen kann, ist es wohl unumgänglich, unsere eigene Sinnlichkeit und Lust freizusagen von der Scham, dem Schuldgefühl und Schweigen, die möglicherweise bereits seit Jahrzehnten wie ein bleiernes Joch auf ihnen liegen. Es wird sich, auch das ist wohl schwer vermeidbar, ganz am Anfang innerlich sehr wahrscheinlich ein wenig seltsam oder fragil anfühlen, wenn wir uns verbal oder sogar ganz physisch auf neues Terrain hinauswagen. Ich behaupte allerdings: Es lohnt sich…!

Haben wir nämlich einen Partner oder eine Partnerin, der/die eine innere Lust darauf verspürt, uns in unserer ganzen, puren Wollust zu erleben, zu halten und zu lieben, dann können wir beide bei diesem kleinen Abenteuer im Grunde gar nicht anders als gewinnen. Schließlich vergrößert jeder konkrete Tipp oder Wunsch, den wir einem oder einer solchen Liebsten gegenüber äußern, massiv die Chance darauf, dass wir in unserem Leben und in unserer Partnerschaft immer wieder in einer Weise beschenkt werden, die unsere Augen wirklich zum Leuchten bringt.

An dieser Stelle zeigt sich auch: Unsere Kriterien oder Impulse bei der Partnerwahl haben selbstverständlich ganz erhebliche Auswirkungen auf das Spektrum und die Tiefe unserer sinnlichen Erfahrungen… Ich halte es daher für klug, die jeweiligen Haltungen, Vorstellungen oder Wünsche im Umgang mit unserer Sexualität bereits frühzeitig im Entstehen einer Art von Liebesbeziehung möglichst transparent und bewusst miteinander zu kommunizieren. Dies ist zwar für viele von uns „irgendwie ein schwieriges Thema“, andererseits kann eine derartig offene Kommunikation sehr dazu beitragen, Unmengen an späterer Frustration auf beiden Seiten zu vermeiden…

Mein Tipp für mehr Juicy Pleasures beim Oralsex…

Versucht doch mal, die ganze Sache mit dem Oralsex nicht als ein Projekt oder eine Prüfung zu begreifen, sondern als ein Spiel… Eines, bei dem halt entweder zwei Menschen gewinnen, oder zwei Menschen verlieren… Da ihr aber beide höchstwahrscheinlich gerade auf eine gute Zeit aus seid, stehen die Chancen bei näherem Hinsehen sogar ziemlich gut, dass ihr zwei aus diesem Spiel ein Zwei-Gewinner-Spiel macht…

Versucht’s doch mal mit der Idee, vollkommen ergebnisoffen auf Forschungsreise zu gehen… Und zwar: gemeinsam…!

Ganz egal, wie gut ihr diesen Penis oder diese Vulva bereits zu kennen glaubt (mindestens einen von euch begleitet er oder sie schließlich bereits (höchstwahrscheinlich) ein Leben lang…), stellt euch vor, ihr würdet ihm oder ihr in diesem Augenblick zum ersten Mal begegnen… Eine/r von euch neugierig tastend und forschend mit den sensiblen Organen des Gesichts, der oder die andere empfangend und nach innen spürend.

Gemeinsam seid ihr ein Team… Gemeinsam gilt es, auf zarte oder forsche Weise Wellen aus Wollust und Wonne durch einen eurer Körper zu schicken… Der oder die Empfangende übernimmt in diesem Spiel die Funktion des Sensors, der der gebenden Person Informationen darüber gibt, welche inneren Reaktionen die aktuellen Berührungen oder Liebkosungen erzeugen…

Ihr Empfangenden könnt gurren, ihr könnt stöhnen, ihr könnt eure Hand in die Haare eures Partners krallen… Es gibt viele Möglichkeiten, eurer Partnerin oder eurem Partner zu kommunizieren, ob das, was sie oder er tut, eure Lust gerade erhöht oder nicht…

Ihr Gebenden erforscht und entdeckt das Lustorgan euer oder eures Liebsten mit einer Haltung der Neugier und Entdeckungsfreude…! Es geht weder darum, ein Ziel zu erreichen, noch darum, einen Leistungsnachweis abzuliefern… Sondern darum, dieses zugleich zarte und wilde, dieses empfindsame, verletzliche und zutiefst würdevolle Organ zu entdecken, zu ehren und gut gelaunt mit wohligen Empfindungen zu beschenken…

Dazu braucht ihr zum einen natürlich die Rückmeldungen eures Spiel- und Forschungspartners, auf der anderen Seite allerdings auch das Feingespür, die Worte oder Signale eurer/eures Liebsten wahrzunehmen und zu lesen… Beides ist gleichermaßen wichtig.

Ob ihr dieses Spielchen vorwärts treiben wollt, bis er oder sie einen Orgasmus bekommt, oder daraus übergleitet in eine neue Spielweise, bleibt dabei ganz euch überlassen. Und zwar: Von Mal zu Mal neu. Ihr seid das Team. Ihr gemeinsam entscheidet, wohin und auf welche Wege eure Reise durch die Lust euch heute führt.

Abschließende Worte

Im Namen eurer Würde:

Bitte (Bitte…!) hört auf, einenander „einen zu blasen“…!

Dieses Wort ist geradezu himmelschreiend präpubertär…!

Es sei denn natürlich, ihr wollt einen Akt, der euch auf derart tiefe und zugleich wohlige Weise mit eurem Partner oder eurer Partnerin verbinden kann, ganz bewusst mit dieser dahingerotzten Vokabel entwürdigen… Dann „blast“ ihm halt einen… Aber erinnert euch daran, dass ihr ihm stattdessen auch euren Mund hättet schenken können… Aber vielleicht hätte er den Unterschied ja ohnehin nicht bemerkt…

;)

Was denkst du über meine Perspektiven auf das Thema „Oralsex“…? Treffe ich damit einen neuralgischen Punkt, oder gehe ich die Sache in deinen Augen viel zu verkopft an…?

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