Es ist doch nur Eifersucht – an schwierigen Gefühlen gemeinsam wachsen

Gäbe es eine Hitliste der unbequemsten und ungeliebtetsten Gefühle, die in einer Partnerschaft auftauchen können, sie würde angeführt von dem Dämonen, den wir umgangssprachlich „Eifersucht“ nennen. Weder die Ehe noch ein innerstes Bekenntnis zur Polyamorie kann uns auf Ewigkeit immun machen gegen dieses Gefühl und seine allzu oft selbst- und beziehungszersetzende Kraft.

Wir verstricken uns in Gedanken und Worten über Recht oder Schuld. Wir klagen uns selbst oder unseren Partner an. Wir kämpfen gegen das Gefühl, weil es unsere Harmonie oder Bequemlichkeit bedroht. Auf diese Weise entsteht ein Graben zwischen unserem Liebsten und uns. Die Handlungen des einen oder die Eifersucht des anderen (je nach Sichtweise) treiben einen Keil in die Liebe. Und während wir unermüdlich versuchen, einander gegenseitig auf die Anklagebank zu drängen, verpassen wir vielleicht eine unglaubliche Chance, miteinander in eine neue Tiefe der Ehrlichkeit und Wahrheit hinein zu wachsen.

Das Gras auf der anderen Seite des Hügels – Wie du deinem Liebespartner das Fremdgehen austreibst

man in black long sleeve shirt sitting on bed

Falls du gerade akut emotional vom Thema Untreue/Treue betroffen bist, ist dies voraussichtlich kein guter Zeitpunkt, um diesen Artikel zu lesen. Um Untreue zu verstehen, müssen wir die Frage der Schuld bei Seite stellen und uns mit neugieriger Offenheit in das Herz des Menschen begeben, der den Pakt der körperlichen Exklusivität bricht. Das erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Konfrontationsbereitschaft.

Die Perspektive und Herangehensweise dieses Artikels ist für manche Menschen zu bestimmten Zeitpunkten schlicht schwer verdaulich. Falls du dich im vorausgegangenen Absatz angesprochen fühlst, könnte es vielleicht klug sein, diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt zu lesen.

Ich wollte es nur gesagt haben.

Wie viel Ehrlichkeit verträgt die Liebe? – Die Geschichte von Swantje und Daniel

Liebe: Heilende Intimität

Swantje ist eine Frau mit einem großen Herzen. Sie ist ein wirklich liebenswerter Mensch. Sie und Daniel leben seit vielen Jahren zusammen. Swantje und Daniel führen ein schönes Leben. Sie haben zwei Kinder, die sie lieben, einen großen, gemeinsamen Freundeskreis und ein Haus, das von Jahr zu Jahr ein kleines bisschen weniger der Bank gehört. Alles war gut, oder so schien es. Bis zu jenem Urlaub in Madrid.

Swantje sitzt neben mir. Ihr Blick ist in die Ferne gerichtet. Sie schaut mich nicht an, während sie mir ihre Geschichte erzählt. Ihr Gesicht wirkt wie eine gefrorene Maske. Die Zähne sind zusammen gebissen. Ihre Lippen bewegen sich kaum. Ihre Stimme klingt tonlos und fahl. Ihre feuchten Augen sind geflutet von Wellen aus Verzweiflung und Schuld. Swantjes Inneres ist ein Gerichtssaal. Und es sieht nicht gut für sie aus.

Die Sache mit dem Fremdgehen – Worum geht es wirklich? Und wie kannst du dich schützen?

woman in white dress lying on white bed

Das Thema ist heiß. Es ist verrucht. Es berührt Urängste, Sehnsüchte oder Scham. Es ist emotional aufgeladen und dennoch ein Tabu. Der perfekte Stoff, um damit Auflage zu machen. Die Rede ist vom Fremdgehen!

Wenn wir den Umfragen glauben, dann ist jeder zweite erwachsene Mensch in unserem Lande schon mindestens einmal heimlich hinter dem Rücken seines Liebespartners aus der sexuellen Monotonie seiner Beziehung ausgebrochen, ist den Lockrufen der Verführung gefolgt und hat sich an fremder Haut und fremder Lust gelabt und genährt.

Dass es bei dem Thema vor allem um Männer geht, die ihre Triebe nicht unter Kontrolle halten können, ist inzwischen mehr als oft genug widerlegt. In anonymen Umfragen stellen wir keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Geschlechtern fest. Männer wie Frauen folgen dem Reiz des sexuellen Abenteuers. Männer wie Frauen verwickeln sich in Lügen, Täuschungen und Schwüren unter den Damoklesschwertern von Schuld und Scham. Männer wie Frauen verwischen die Spuren ihrer heimlichen Liebschaften in Telefonlisten, Mailboxen und Chatverläufen.

Treue 2.0

Der Begriff der Treue wird häufig missverstanden. Das ist in meinen Augen furchtbar schade. Viele Menschen verstehen unter Treue das Verbot, mit anderen Menschen als diesem einen Partner körperlich oder emotional intim auf Tuchfühlung zu gehen.

Dadurch wird die Treue zu etwas Starrem, Einschränkenden. Zu etwas, das Nasenringe anlegt und Flügel stutzt. Zu nichts als einem kalten und kategorischen Verbot. Sie setzt nicht auf freie Entscheidungen, nicht auf die wahrhaftige Kommunikation von Bedürfnissen und Wünschen, sondern auf Angst vor Strafe und Schuld.

Eine so verstandene Treue ist kategorisch, ernst und schmallippig. Eine verkniffene Gouvernante mit dem erhobenen Zeigefinger kalter, kompromissloser Moral. Ich weiß ja nicht, wie es Anderen geht … mir macht diese Art von Treue keinen Spaß.

Dieses Verständnis einer zu Paragraphen gefrorenen Beziehungsethik wird der Treue, wie ich sie verstehe und kenne, nicht gerecht. Bei Lichte betrachtet ist Treue mehr. Viel mehr! Treue ist eine Kraft. Treue ist ein heiliger Schutzraum, in dem Sicherheit und Freiheit sich nicht mehr ausschließen, sondern sich wechselseitig stärken und nähren.

Die wahre Treue ist wunderschön! Wir müssen sie nur lassen!

vortrag am 11.08.2016: authentisch lieben: von der liebe. und von der selbstliebe.

authentisch lieben: von der liebe. und von der selbstliebe. öffentlicher vortrag am 11.08.2016 in oldenburg „und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr seliges ende…“ nur weniges im leben berührt uns so tief wie die liebe. sie zeigt uns täglich unsere wünsche und auch unsere grenzen auf. kaum etwas anderes konfrontiert uns dermaßen mit […]

Es ist doch nur Eifersucht – an schwierigen Gefühlen gemeinsam wachsen

Gäbe es eine Hitliste der unbequemsten und ungeliebtetsten Gefühle, die in einer Partnerschaft auftauchen können, sie würde angeführt von dem Dämonen, den wir umgangssprachlich „Eifersucht“ nennen. Weder die Ehe noch ein innerstes Bekenntnis zur Polyamorie kann uns auf Ewigkeit immun machen gegen dieses Gefühl und seine allzu oft selbst- und beziehungszersetzende Kraft.

Wir verstricken uns in Gedanken und Worten über Recht oder Schuld. Wir klagen uns selbst oder unseren Partner an. Wir kämpfen gegen das Gefühl, weil es unsere Harmonie oder Bequemlichkeit bedroht. Auf diese Weise entsteht ein Graben zwischen unserem Liebsten und uns. Die Handlungen des einen oder die Eifersucht des anderen (je nach Sichtweise) treiben einen Keil in die Liebe. Und während wir unermüdlich versuchen, einander gegenseitig auf die Anklagebank zu drängen, verpassen wir vielleicht eine unglaubliche Chance, miteinander in eine neue Tiefe der Ehrlichkeit und Wahrheit hinein zu wachsen.

Verbotene Gefühle – Scham kenne ich eigentlich gar nicht

Wenn ein Mensch von sich behauptet, bestimmte Gefühle per se nicht zu kennen, dann sollte uns das nachdenklich stimmen. Schließlich werden wir alle per genetischer Grundausstattung grundsätzlich mit dem gleichen Gehirn geboren. Damit einher gehend haben wir alle das gleiche Gefühlsspektrum.

(Eigentlich) keinen Ärger zu kennen, sich nie für irgendetwas zu schämen oder keine Traurigkeit zu verspüren, müsste daher begleitet sein durch einen nennenswerten biochemischen Umbau im innersten Zenrum des Gehirns. Im limbischen System. Zugegeben: die These steht auf dünnem Eis.

Alternativ hat das Gehirn allerdings möglicherweise gelernt, einen aufkommenden Gefühlsimpuls (eine emotionale Energie) in ein anderes Gefühlszentrum umzulenken. Das zum Beispiel erklärt, warum manche Menschen bei aufkommender Scham wie instinktiv aggressiv reagieren. Je stärker der unterdrückte Scham-impuls, desto ausdrucksstärker in der Regel der dadurch inszenierte Ärger.

Wie kommt es dazu, dass Menschen sich ihre Gefühle verbieten?

Das Kabinett der Grausamkeiten – Wenn Liebe zum Machtkampf wird

Liebeskonflikte sind ein erstaunliches Phänomen. Vormals und in der Außenwelt sozial intelligente, feinfühlige, souveräne Menschen verwandeln sich in blutrünstige Furien, in eiskalte Sadisten oder in manipulative Fallensteller. Im archaischen Kampf um „Du oder ich?“ steht der Wahl der Mittel keinerlei störende Moral im Weg.

Hast du gerade einen Konflikt mit deinem oder deiner Liebsten? Möchtest du ein Exempel statuieren? Bist du entschlossen genug, die Machtfrage in deinem Sinne zu klären, auch wenn du dabei ein großes Stück von deiner Liebe opfern musst?

Fein!

Die Feuerprobe

person in brown long sleeve shirt covering face with hand

Wenn die Harmonie zerbricht
Es war so schön mit dir. Ich war so glücklich. Alles war so einfach zwischen uns. Wir haben uns auf Händen getragen. Uns die Sterne vom Himmel zu Füßen gelegt. Ich wollte dir gerade einen neuen pflücken. War kurz davor.

Aber dann: Hast du’s versaut…!

Der Kampf um Recht und Schuld
Wenn aus Liebespartnern Gegner werden, dann ist das oft nicht schön mitanzusehen. Aus scheinbaren Nichtigkeiten heraus brechen Konflikte hervor, die zum Teil bizarre Formen annehmen. Ein Kampf bis auf’s Blut entbrennt, in dem es offenbar nur einen Sieger geben kann. Einigkeit gibt es nur in diesem einen Punkt: Der Sieger, das bist am Ende: Nicht du!

Vielleicht wäre es klug, zu fragen: Was genau ist eigentlich los? Worum geht es eigentlich genau? Vielleicht würde diese Frage helfen, den Konflikt zu lösen. Aber leider steckt hinter dem, was als Konflikt offensichtlich ist, häufig ein gehöriges Durcheinander aus unerfüllten Bedürfnissen, aus oft lang unterdrückten Gefühlen und zum Teil sehr alten Erfahrungen, Überzeugungen und Schmerzkontrollstrategien.

Das alles macht die Antwort auf ein „Was ist denn eigentlich los?“ in aller Regel ziemlich kompliziert. Einfacher ist die Frage: Wer hat Recht und wer ist Schuld? Denn die Antwort auf diese Frage kennen wir bereits:

Recht habe ich.
Und Schuld hast du.