A.C.E.-Fragebogen

girl's gray cardigan

Psychische Traumatisierungen sind in unserer Kultur weiter verbeitet, als viele dies vermuten. Das liegt zum Teil daran, dass der Begriff des „Traumas“ in unserer Alltagssprache in der Regel dazu genutzt wird, um einmalige und massiv belastende Ereignisse oder Erfahrungen zu beschreiben – wie einen Krieg, eine Vergewaltigung oder den Tod eines geliebten Menschen. Solche Erfahrungen werden heute unter dem Begriff „Schocktrauma“ zusammengefasst. Das Spektrum der traumatisierenden Erfahrungen ist jedoch bei Weitem breiter. Und überdies sehr viel subtiler.

Ein psychologisches Forschungsfeld, das bislang noch sehr jung ist, beschäftigt sich intensiv mit der Fragestellung, welche physischen oder psychischen Auswirkungen auch weniger offensichtliche und massive Situationen emotionaler Belastung oder Überforderung mit sich bringen können. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, deren Gehirne wie Psychen gerade erst im Aufbau sind, haben emotional überfordernde Erfahrungen, wie man heute weiß, messbare und häufig langfristige Auswirkungen in Hinblick auf hirnphysiologische wie psychologische Faktoren. Derartig prägende Erfahrungen werden heute unter dem Begriff der „Entwicklungs-“ bzw. „Bindungstraumata“ zusammengefasst.

Es ist doch nur Eifersucht – an schwierigen Gefühlen gemeinsam wachsen

mans face with white scarf

Gäbe es eine Hitliste der unbequemsten und ungeliebtetsten Gefühle, die in einer Partnerschaft auftauchen können, sie würde angeführt von dem Dämonen, den wir umgangssprachlich „Eifersucht“ nennen. Weder die Ehe noch ein innerstes Bekenntnis zur Polyamorie kann uns auf Ewigkeit immun machen gegen dieses Gefühl und seine allzu oft selbst- und beziehungszersetzende Kraft.

Wir verstricken uns in Gedanken und Worten über Recht oder Schuld. Wir klagen uns selbst oder unseren Partner an. Wir kämpfen gegen das Gefühl, weil es unsere Harmonie oder Bequemlichkeit bedroht. Auf diese Weise entsteht ein Graben zwischen unserem Liebsten und uns. Die Handlungen des einen oder die Eifersucht des anderen (je nach Sichtweise) treiben einen Keil in die Liebe. Und während wir unermüdlich versuchen, einander gegenseitig auf die Anklagebank zu drängen, verpassen wir vielleicht eine unglaubliche Chance, miteinander in eine neue Tiefe der Ehrlichkeit und Wahrheit hinein zu wachsen.

Neues Salz in alten Wunden

figure, back to back, male, female, quarrel, hurt, attack, insult, relation, quarrel, quarrel, quarrel, quarrel, quarrel, insult, insult, insult, relation, relation

In unseren Konflikten geht es nur selten allein um das, worüber wir uns offensichtlich streiten…

Wir nehmen es zähneknirschend als Selbstverständlichkeit hin: Wenn Liebespaare miteinander streiten, dann geht es gerne mal hoch her. Als läge da ein Fluch auf der Liebe, der lautet: „Je tiefer du dich einlässt, desto tiefer wirst du verletzt!“ Ich glaube, wir verstehen hier ein paar Dinge und Zusammenhänge ganz gewaltig mis…

In der Tat sind wir wohl durch kaum einen anderen Menschen so leicht und so tief verletzbar wie durch unsere Liebespartner (m|w|d). Ja, es stimmt: Die Liebe tut oft auch weh. Möglicherweise aber, so argumentiere ich in diesem Text, ist dieser Umstand nicht nur gar nicht zwingend eine schlechte Nachricht. Möglicherweise steckt darin sogar eine geradezu unfassbare Chance.

Beziehung oder Partnerschaft?

lovers, meadow, portrait, outdoors, nature, gay couple, couple, relationship, pride, lgbtqia, love, love is love, equal rights, romantic, lgbtiqa, pride month, world pride

Schön, ihr seid jetzt zusammen! Aber was heißt das?
„Wir sind jetzt fest zusammen!“, jubelt die Stimme am Telefon. „Es ist so schön!“ Diese Freude ist so echt und kommt von so tief drinnen, dass ich gar nicht anders kann, als mich mitzufreuen. „Oh, wie schön!“, stimme ich in den Jubel ein. „Was für eine Art von Beziehung habt ihr miteinander?“ Am anderen Ende des Telefons irritiertes Schweigen. Dann, zögerlich: „Naja, wir sind jetzt zusammen!“ „Cool!“, antworte ich lächelnd. „Was für eine Beziehung habt ihr denn miteinander?“ Wieder Schweigen. Dann: „Häh…?! Wie, was für eine…?!“

Ich darf an dieser Stelle zugeben, dass ich nicht nur bei meinen Klient*innen, sondern auch privat hier und dort den Ruf habe, an seltsamen Stellen unerwartete Fragen zu stellen. Nicht jedes Mal leider zur reinen Freude meiner Gesprächspartner.

Manchmal jedoch bekomme ich die Chance, meine vermeintlich schrägen Fragen zu erklären. Manchmal klingt die Frage danach dann irgendwie gar nicht mehr ganz so dumm…

untervögelt – macht zu wenig ( guter! ) sex uns hässlich, krank und dumm?

Bis vor Kurzem habe euch an dieser Stelle zusammengetragen, was es an erstaunlichen und wahrhaft wissenswerten Informationen über unsere Sexualität zu erzählen gibt. Gerade in den vergangenen Jahren wurden unzählige Studien veröffentlicht, die deutlich machen, dass es sich bei dem, was wir in unseren Schlafzimmern miteinander tun ( falls wir es tun ), mitnichten nur um die „schönste Nebensache der Welt“ handelt, ein Goodie oder nice-to-have. Die Art und Weise, wie wir unsere Sexualität leben, hat Auswirkungen auf unser Immunsystem, unsere Gesundheit und Lebenserwartung. Sie beeinflusst Zellregeneration, Konstitution und Kondition und dadurch unsere Attraktivität. Sie wirkt auf unsere intellektuellen Fähigkeiten ebenso ein wie auf unsere emotionalen und sozialen.

Hierbei ist allerdings nicht von irgendwelchem Sex die Rede. Das, was uns nährt, ist „guter“ Sex, erfüllender, tief verbundener, ehrlicher und lebendiger Sex. Dies unterscheiden zu können, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, in unserem Leben fortan mehr von eben jener Art von Sex zu erleben, die unsere Energiespeicher auflädt, die uns erfüllt und nährt.

Was meinst du, wenn du sagst: „Ich liebe dich!“?

lovers, meadow, portrait, outdoors, nature, gay couple, couple, relationship, pride, lgbtqia, love, love is love, equal rights, romantic, lgbtiqa, pride month, world pride

Vielleicht denkst du manchmal „Was meinst du wirklich?“, wenn dein Liebster oder deine Liebste diese magischen drei Worte zu dir sagt.

In der Tat transportieren diese Worte eine Botschaft. Manchmal ist diese Botschaft nicht leicht zu entschlüsseln. Manchmal ist sie noch nicht einmal besonders nett.

Hier sind 20 übliche oder mögliche Übersetzungen für das, was wir an Botschaft in diesen drei Worten transportieren – oder transportieren könnten.

Die Sehnsucht nach dem dominanten Mann

girl, ruda, beauty, youth, mystery, silence, magic, the charm of the, finger, silencing, mysterious, mystic, woman, mouth, secret, implicit, magda, silence, silence, secret, secret, secret, secret, secret

Die neue weibliche Lust auf Männlichkeit In meine Praxis kommen Menschen, die wünschen, ihre Partnerschaft und/oder ihre Sexualität zu verbessern. Wie im weiten Feld der Paarberatung derzeit noch üblich, sind es vor allen Dingen Frauen, die dem Wunsch nach Entwicklung nachgehen und sich professionellen Support holen. Wobei die Männer inzwischen nachziehen.

Um herauszufinden, was genau sich wie verändern lassen könnte, ist zunächst eine Standortbestimmung notwendig, in der die Frauen (oder Männer) von dem berichten, wonach sie sich sehnen und was ihnen fehlt.

In diesen Gesprächen wird von den ratsuchenden Frauen mit interessanter Häufung das Fehlen einer ganz bestimmten Eigenschaft an ihren Männern beklagt. So erstaunlich es uns geistigen Kindern des feministischen Wertewandels erscheinen mag: Die Frauen in meiner Praxis sehnen sich nach: Natürlicher männlicher Dominanz!

Was ist da los? Hat der Feminismus am Ende doch versagt?

Liebe auf Augenhöhe: 7 Entscheidungen für eine neue Dimension von Partnerschaft

In dieser Woche titelte die ZEIT (Nr 24 vom 08. Juni 2017) mit einer erstaunlich emotionalen Fragestellung. „Was ist Liebe auf Augenhöhe?“, fragte sie bedeutungsschwer. Wow; dachte ich. Ich halte diese Frage in der Tat nicht nur für intellektuell interessant und herausfordernd, sondern darüber hinaus für hochgradig richtungsweisend und bedeutsam.

Die Welt hat zwar bedeutend größere und dringendere Probleme als unser partnerschaftliches oder erotisches Miteinander, aber wenn wir es wirklich schaffen wollen, miteinander eine Weltkultur des Friedens, des Mitgefühls und der Kooperation zu manifestieren, dann begnnt dieser Weg in unseren kleinsten Einheiten des Miteinanders:

Die vier Hüter:innen der Liebe: König/Königin, Kind, Engel und Tier

Yin Yang symbol etched on a wooden bed of nails with a dark textured background.

Seit etwa fünfzehn Jahren arbeite ich als Therapeut und Coach. Ich helfe Menschen in schwierigen Lebenssituationen und unterstütze sie darin, sich selbst und ihre Welt mit neuen Augen zu sehen.

Einer der Ansätze, die ich hierbei als besonders fruchtbar und wirksam erlebe, ist die Arbeit mit inneren Anteilen oder, wie ich sie nenne: den „inneren Instanzen unserer Psyche“. Dieses Modell nimmt die vielfältigen Widersprüche und Ungereimtheiten unserer Psyche nicht nur zur Kenntnis, sondern es bejaht sie und gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht.

Innere Konflikte erkennen wir aus diesem systemischen Blick heraus als Konflikte zwischen zwei (oder mehr) inneren Persönlichkeitsanteilen, die mit den ihnen jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln darum ringen, unser Verhalten in die eine oder in die andere Richtung zu steuern. Je nachdem, welcher unserer Anteile gerade Zugriff auf unser Bewusstsein und unsere Entscheidungen hat, werden wir äußerlich recht vergleichbare Situationen möglicherweise sehr unterschiedlich interpretieren und entsprechend sehr unterschiedlich reagieren.

Das Gras auf der anderen Seite des Hügels – Wie du deinem Liebespartner das Fremdgehen austreibst

woman in white dress lying on white bed

Falls du gerade akut emotional vom Thema Untreue/Treue betroffen bist, ist dies voraussichtlich kein guter Zeitpunkt, um diesen Artikel zu lesen. Um Untreue zu verstehen, müssen wir die Frage der Schuld bei Seite stellen und uns mit neugieriger Offenheit in das Herz des Menschen begeben, der den Pakt der körperlichen Exklusivität bricht. Das erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Konfrontationsbereitschaft.

Die Perspektive und Herangehensweise dieses Artikels ist für manche Menschen zu bestimmten Zeitpunkten schlicht schwer verdaulich. Falls du dich im vorausgegangenen Absatz angesprochen fühlst, könnte es vielleicht klug sein, diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt zu lesen.

Ich wollte es nur gesagt haben.

[ga_optout]
×