Der Mensch als Objekt, als Prozess und als System

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Bereits zu Urzeiten zogen wir in sozialen Verbänden über den Planeten. Inzwischen haben wir Abkömmlinge aus der Linie der Bonobos und Schimpansen es geschafft, den gesamten Planeten so dicht zu besiedeln, dass kaum mehr ein Fleckchen unberührter Natur zu finden ist.

Wo und wie auch immer wir leben, wir erleben jeden Tag eine Unzahl an Interaktionen mit Mitgliedern unserer Art. Wie diese verlaufen, ist stark abhängig davon, vor welchem Menschenbild wir selbst und unsere Interaktionspartner das, was wir miteinander erleben, interpretieren und deuten.

Hierbei ist zu erwähnen, dass die moderne Psychologie kein gemeinsames Menschenbild aufweist. Je nach Denkschule, Vorbildern und persönlichen Erfahrungen variieren die Modelle, mit denen der Mensch beschrieben wird. Ebenso sehen wir selbst uns selbst und unsere Mitmenschen vor dem Hintergrund grundlegender Annahmen darüber, wer oder was genau eigentlich dieses „ich“ ist, von dem hier alle ständig reden.

Liebe, Lust, Verletzlichkeit

woman eye

Einige von euch haben es bereits mitbekommen: Seit Ende 2021 habe ich die große Freude und Ehre, im JOYclub als fester Bestandteil des dortigen Sex-Education-Teams wirken zu dürfen. Im Rahmen dieser Funktion hielt ich dort im Januar 2022 den Live-Talk: „VULNER!ABILITY – Liebe, Lust, Verletzlichkeit“. In diesem steige ich tief ein in unser evolutionäres Erbe als sozial verbundene Gemeinschaftswesen und darauf aufbauend in das, was – in geradezu groteskem Kontrast dazu – unzählige der heute erwachsenen Menschen in unserer Kultur in ihrer Kindheit an prägenden Erfahrungen zu verarbeiten hatten – und seither für den Rest ihres Lebens in sich tragen.

A.C.E.-Fragebogen

grayscale photo of child sitting on ground

Psychische Traumatisierungen sind in unserer Kultur weiter verbeitet, als viele dies vermuten. Das liegt zum Teil daran, dass der Begriff des „Traumas“ in unserer Alltagssprache in der Regel dazu genutzt wird, um einmalige und massiv belastende Ereignisse oder Erfahrungen zu beschreiben – wie einen Krieg, eine Vergewaltigung oder den Tod eines geliebten Menschen. Solche Erfahrungen werden heute unter dem Begriff „Schocktrauma“ zusammengefasst. Das Spektrum der traumatisierenden Erfahrungen ist jedoch bei Weitem breiter. Und überdies sehr viel subtiler.

Ein psychologisches Forschungsfeld, das bislang noch sehr jung ist, beschäftigt sich intensiv mit der Fragestellung, welche physischen oder psychischen Auswirkungen auch weniger offensichtliche und massive Situationen emotionaler Belastung oder Überforderung mit sich bringen können. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, deren Gehirne wie Psychen gerade erst im Aufbau sind, haben emotional überfordernde Erfahrungen, wie man heute weiß, messbare und häufig langfristige Auswirkungen in Hinblick auf hirnphysiologische wie psychologische Faktoren. Derartig prägende Erfahrungen werden heute unter dem Begriff der „Entwicklungs-“ bzw. „Bindungstraumata“ zusammengefasst.

Warum du deine Probleme nicht „loslassen“ kannst!

shallow focus of a woman's sad eyes

Ein furchtbares Gift schleicht sich durch die Psycho-Szene. Ein hochwirksames Psychotoxin, so perfide gestaltet, dass Heerscharen wohlmeinender Therapeuten und Coaches es Tag für Tag, in solidem Glauben an seine Heilkraft, ihren Klienten verabreichen. Niemand weiß genau, wer es zuerst in Umlauf gebracht hat. Längst jedoch hat es, ob seiner Einfachheit und eingängigen Metaphorik, den Sprung in die Küchenpsychologie geschafft, wo Herzens-Freunde und -Freundinnen es besten Gewissens ihren leidenden Liebsten ins Herz träufeln. Und sich allzuoft wundern, wieso diese Menschen nicht nur nicht spontan gesunden, sondern in aller Regel nur noch schwächer und verzweifelter werden…

Die Formel dieses Gifts lautet: „Du musst einfach nur loslassen…!“

Was soll das? Warum schimpfe ich derart rüde gegen diese gut gemeinte Botschaft? Ich muss sie ja nicht mögen, aber ist das ein Grund, gleich so aufzubrausend zu werden?

Für mich ist es das. Denn es ist leider nicht so, dass die Floskel des „Loslassens“ einfach nur ein wenig am Kern der Sache vorbei geht und daher schlicht therapeutisch unwirksam wäre. Genau das ist sie gerade nicht. Sie ist hochwirksam, allerdings vollkommen anders, als wir es uns voraussichtlich wünschen.

untervögelt – macht zu wenig ( guter! ) sex uns hässlich, krank und dumm?

Bis vor Kurzem habe euch an dieser Stelle zusammengetragen, was es an erstaunlichen und wahrhaft wissenswerten Informationen über unsere Sexualität zu erzählen gibt. Gerade in den vergangenen Jahren wurden unzählige Studien veröffentlicht, die deutlich machen, dass es sich bei dem, was wir in unseren Schlafzimmern miteinander tun ( falls wir es tun ), mitnichten nur um die „schönste Nebensache der Welt“ handelt, ein Goodie oder nice-to-have. Die Art und Weise, wie wir unsere Sexualität leben, hat Auswirkungen auf unser Immunsystem, unsere Gesundheit und Lebenserwartung. Sie beeinflusst Zellregeneration, Konstitution und Kondition und dadurch unsere Attraktivität. Sie wirkt auf unsere intellektuellen Fähigkeiten ebenso ein wie auf unsere emotionalen und sozialen.

Hierbei ist allerdings nicht von irgendwelchem Sex die Rede. Das, was uns nährt, ist „guter“ Sex, erfüllender, tief verbundener, ehrlicher und lebendiger Sex. Dies unterscheiden zu können, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, in unserem Leben fortan mehr von eben jener Art von Sex zu erleben, die unsere Energiespeicher auflädt, die uns erfüllt und nährt.

10 Gebote

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Das Leben selbst hat dich in diese Welt gebracht. Und jetzt bist du hier. Dies ist keine Übung. Willkommen im Leben! Unter Umständen bekommt jede und jeder von uns davon nur eins.

In dir, wie in jedem anderen Menschen, sind Gaben angelegt, die dich befähigen, in dieser Welt deinen Platz zu finden und einen einzigartigen Beitrag zum Guten, Wahren und Schönen zu leisten. Zu diesem Zweck hast du deine Gaben erhalten. Dieser einzigartige Beitrag ist der Sinn deines Lebens.

Jede deiner Entscheidungen und Handlungen hat Auswirkungen. Manche von diesen sind wünschenswert, andere unbequem und einige wenige sogar tragisch.

Die folgenden 10 Gebote des Lebens sind ein Angebot an Perspektiven, Werten und Entscheidungen. Verstehe sie als Handreichung an dich. Sie können dir helfen, in schwierigen oder unübersichtlichen Situationen selbst-bewusste Entscheidungen zu treffen.

Nichts desto trotz steht es dir selbstverständlich jederzeit offen, zu tun oder zu lassen, wonach dir der Sinn steht. Wenn du dich selbst kennst und die Konsequenzen deiner Taten, und mit beidem im Reinen bist, dann bist du frei.

Es ist dein Leben. Du allein entscheidest, was du daraus machst!

wer ist ‚ich‘? (Der Fliegende Holländer)

„Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.“
Joanne Kathleen Rowling (* 1965)

‚ich’… Jeden Tag verwenden wir dieses Wort hunderte Male. Ich selbst bringe seit Jahren all meinen Klienten, die es hören wollen oder nicht, bei, öfter ‚ich‘ zu sagen anstatt „du“ oder das grässliche „man“.

Aber… wer genau ist dieses ‚ich‘ eigentlich, von dem wir sprechen und als das wir uns selbst erfahren?

Die Frage ist kniffelig. Sie ist, wenn man es genau nimmt, seit Jahrtausenden die existenzielle Kernfrage aller Philosophie. Bis heute gibt es keine Übereinstimmung darin, wer oder was genau dieses ‚ich‘ eigentlich ist, von dem wir sprechen, wenn wir ‚ich‘ sagen.

Auch ich werde in diesem Artikel keine unumstößliche naturwissenschaftliche Antwort geben. Was ich lediglich anbiete, ist eine Perspektive, die wir nutzen können, um uns selbst und einander ein wenig umfassender zu erkennen und zu verstehen als es uns bislang gelingt.

Was ich hier darlege, ist nicht mehr als ein Modell. Ich glaube jedoch, dass genau dieses Modell dessen, was wir im Kern sind, uns in die Lage versetzen kann, eine Vielzahl vermeintlicher Widersprüche in uns selbst und anderen aufzulösen, bessere Entscheidungen zu treffen und Konflikte zielführender und menschlicher miteinander zu verhandeln.

Die psychischen Grundbedürfnisse des Menschen

Alles menschliche Streben beruht auf den Bedürfnissen unseres Körpers und unserer Psyche. Alle Ziele, die wir in unserem Tun verfolgen, und alle Sehnsüchte und Wünsche, die wir in uns hegen, basieren darauf, dass unser System aus Körper und Geist unablässig damit beschäftigt ist, bestmöglich dafür zu sorgen, dass unsere physischen wie psychischen Bedürfnisse erfüllt sind.

Je besser wir verstehen, wovon sich Körper und Psyche „ernähren“, desto klarer und bewusster können wir unser Leben so gestalten, dass unser Körper ebenso wie unsere Psyche möglichst gesund und möglichst geschmeidig bleiben.

klüger fühlen 01 – Warum wir fühlen

a woman sits on the end of a dock during daytime staring across a lake

klüger fühlen! Inhalt:klüger fühlen 01 – Warum wir fühlenklüger fühlen 02 – Eine neue Ordnung der Gefühleklüger fühlen 03 – Grundgefühle 1. Ordnungklüger fühlen 04 – Grundgefühle 2. Ordnungklüger fühlen 05 – Der schillernde Kosmos unserer komplexen Gefühleklüger fühlen 06 – Klüger fühlen!      klüger fühlen 01: Warum wir fühlen…                     Gefühle sind etwas Alltägliches. […]

Liebe auf Augenhöhe: 7 Entscheidungen für eine neue Dimension von Partnerschaft

woman in white long sleeve shirt covering her face

In dieser Woche titelte die ZEIT (Nr 24 vom 08. Juni 2017) mit einer erstaunlich emotionalen Fragestellung. „Was ist Liebe auf Augenhöhe?“, fragte sie bedeutungsschwer. Wow; dachte ich. Ich halte diese Frage in der Tat nicht nur für intellektuell interessant und herausfordernd, sondern darüber hinaus für hochgradig richtungsweisend und bedeutsam.

Die Welt hat zwar bedeutend größere und dringendere Probleme als unser partnerschaftliches oder erotisches Miteinander, aber wenn wir es wirklich schaffen wollen, miteinander eine Weltkultur des Friedens, des Mitgefühls und der Kooperation zu manifestieren, dann begnnt dieser Weg in unseren kleinsten Einheiten des Miteinanders:

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