Liebe Schwester… – Goran Ivetic

Liebe: Heilende Intimität

Wir stehen vor einen gewaltigen kulturellen Wandel. Vieles von dem, was uns in der Vergangenheit Sicherheit und Glück verheißen hatte, ist inzwischen als Illusion entlarvt. Daher wundert es nicht, dass so viele Menschen heute verunsichert, orientierungslos und resigniert sind.

Was fehlt uns? Was brauchen wir, um diese Zeit des Wandels nicht als Gefahr, sondern als Chance zu begreifen?

Ich glaube, was wir jetzt brauchen, sind stabile und entschlossene Vorbilder für ein Leben in Würde und Integrität. Wir brauchen Männer und Frauen, die uns vorleben, was es heißt, dieses Leben, dieses eine Leben, aufrecht und mitfühlend, uns selbst und unserer Verantwortung bewusst, mit Herz und Hand als unser eines, eigenes Leben anzunehmen und durch ihr Leben ein sichtbares Zeichen abzulegen dafür, dass ein Leben in Aufrichtigkeit und Würde, in Integrität und Empathie nicht nur vage möglich ist, sondern jedem und jeder von uns offen steht.

ars erotica: clayton cubitt – hysterical literature

Clayton Cubitt ist etwas erstaunliches gelungen. In seinen Video-Portraits unter dem Titel „Hysterical Literature“ zeigt er Frauen in ihrer reinen sexuellen Essenz. Und das auf eine Weise, die erregend ist, aber niemals pornographisch. Sie sind zart, aber niemals verklärt. Sie sind ausdrucksstark, aber niemals billig. Im Gegenteil.

Die Frauen, die wir sehen, die sich uns zeigen, verkörpern die Kraft und Schönheit all ihrer Weiblichkeit in unantastbarer Würde und Authentizität. Alles, was wir sehen, ist so unverschämt echt, dass es uns als Betrachter unwiderstehlich aufwühlt und bewegt. Clayton Cubitt zeigt keinen Sex, sondern den essenziellen Kern der reinen, ursprünlichen, weiblichen Sexualität. Und das ist schlicht und einfach: wunderschön.

Der Tanz von Yang und Yin

Dieser Artikel behandelt meine Sicht auf das Verhältnis von Männern und Frauen in unserer Kultur – oder besser: auf unseren kulturellen Umgang mit „Männlichkeit“ bzw. „Weiblichkeit“. Was bedeutet es in unserer Kultur, „Mann zu sein“ oder „Frau zu sein“?! Die Genderforschung hat uns recht deutlich offenbart, dass die Antwort auf diese Fragen weit mehr erfordert als einen scheuen Blick in unsere Unterwäsche. „Mann sein“ und „Frau sein“ hat nicht nur eine biologische Dimension (und noch nicht einmal diese ist, wie wir heute wissen, immer ganz eindeutig!), sondern auch eine soziale, eine politische und nicht selten Dutzende ganz persönlicher Dimensionen obendrauf.

Ich möchte an dieser Stelle gerne eine weitere Perspektive ins Rennen bringen. Eine Perspektive, die es uns vielleicht ermöglichen kann, „das Spiel von Mann und Frau“ mit ganz neuen Augen zu betrachten. Ich glaube nämlich, dass wir in unseren Vorstellungen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ ein paar Dinge miteinander vermischen, die viel mehr Sinn ergeben, wenn wir sie getrennt voneinander betrachten…