Achte die Beziehung deines Kindes zu seinem anderen Elternteil!

Wenn dein Kind mehr Zeit als mit dir mit seiner Mutter verbringt, dann ist diese Beziehung zu Mama für das Leben deines Kindes selbstverständlich akut bedeutsamer als seine Beziehung zu dir. Mit diesem Menschen wohnt dein Kind zusammen. Diesen Menschen erlebt dein Kind in emotionalen Hochs und Tiefs. Dieser Mensch macht deinem Kind etwas zu Essen und pflegt es, wenn es krank ist.

Natürlich hat dieser andere Mensch momentan vordergründig eine bei Weitem größere Bedeutung als du! Aber schau genau hin!

Wenn ich als Kind bei nur einem Elternteil lebe, dann haben dieser Elternteil und sein emotionales Wohlbefinden natürlich eine massive Bedeutsamkeit für mich. Ich bin von diesem Elternteil in so vielen Dingen abhängig, dass ich gar nicht anders kann, als mich diesem emotional verpflichtet zu fühlen.

Gleichzeitig aber spüre ich, dass da mehr ist in mir. Dass da in mir Dinge sind, die anders sind und dennoch unauslöschlich mit mir verbunden sind. Ich weiß und ich spüre: Ich bin nicht nur aus einer Quelle. Sondern aus zweien. Und ich kann gar nicht anders, als den Wunsch zu verspüren, auch diesen anderen Teil in mir zu lieben und von ihm geliebt zu werden.

Und genau darum werde ich eines Tages zwangsläufig und freiwillig mit diesem Menschen in Beziehung treten. Dieser Mensch bist du.

Alles, was du bis dahin getan, gesagt und gefühlt hast in Bezug auf dein Kind, bereitet dich und eure Beziehung zueinander auf diesen Tag vor.

Wenn du ein selbstsüchtiger Arsch warst, dann ist das das Bild, das dein Kind von dir haben wird. Wenn du ein Weichling ohne Kontur warst, sieht dein Kind dich als eben dies. Wenn dein Kind dich als aufmerksam und mitfühlend erlebt, als verlässlich und klar, als kooperativ und emotional kompetent, dann wird genau das die Basis für euer weiteres Miteianander sein.

Pfff! Ein schwacher Trost!

Was?! Das soll alles sein? Du sollst jetzt schulterzuckend hinnehmen, dass du nicht oder nicht genug mit deinem Kind sein kannst? Nur wegen der vagen Hoffnung, dass man ja später nochmal ein bisschen Papa und Tochter sein kann, wenn beide erwachsen sind?! Pfff! Ein schwacher Trost!

Nein. Das ist überhaupt kein Trost.

Dieser Artikel wurde nicht geschrieben, um dich zu trösten. Sondern, um dir zu helfen, das Feld deiner Vaterschaft von einer höheren Warte aus zu sehen.

Um dir zu zeigen, dass das, was du schon immer gespürt hast, tatsächlich da ist. Ja, da ist dieses unauslöschliche emotionale Band zwischen dir und deinem Kind.

Um dir zu zeigen, dass die Möglichkeiten deines Handelns größer sind, als du es derzeit vielleicht glaubst. Weil du bislang Zweifel hattest, ob dieses Band tatsächlich hält.

Und um dich zu mahnen, dass die Auswirkungen deines Tuns oder Nicht-Tuns möglicherweise ebenfalls größer sind, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht.

Und um dich zu mahnen, dass euer Kind (wie jedes Kind!) den Wunsch hat, Mutter und Vater als verlässliche Basis und kooperative Allianz zu erleben. Und dass ein Fehlen dieser elterlichen Allianz nicht nur einfach schade ist, sondern für das Kind emotionales Leid bedeutet.

Das lange Manöver braucht einen langen Atem. Es braucht emotionale Stabilität. Es braucht Entschlossenheit und viel Demut. Und um all diesen schweren Kram erträglich zu machen braucht es immer wieder: Humor.

Das ist eine ganze Menge.

Aber es lohnt sich!

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