Zutat 4:
Spiel- und Entdeckungsfreude

„Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen,
denn die meisten Frauen lachen gerne ein bisschen,
bevor sie anfangen zu küssen.“

Jerry Lewis

Es gibt viele verkopfte, verkrampfte und anstrengende Arten und Weisen, miteinander Sex zu haben. Allerdings ist keine davon geeignet, uns besonderen Genuss zu verschaffen.

Guter Sex ist ein Spiel, ein Tanz oder eine Reise. Sein erster und oberster Zweck ist die Mehrung des gemeinsamen Glücks. Darüber hinaus kann guter Sex dazu führen, dass wir miteinander Erfahrungen machen, die alte Wunden heilen oder einander und uns selbst auf völlig neue Weise erleben. Ganz genauso wie ein Spiel, ein Tanz oder eine Reise es zu tun vermag.

Wer mit Spiel- und Entdeckungsfreude im Herzen in eine sexuelle Begegnung geht, der hat keine Ziele, keine Erwartungen oder Forderungen im Hinterkopf.

Weil es um nichts geht, als um die gemeinsame Freude und Lust, ist alles willkommen, was diese Freude und Lust nährt. Bei meinem Spiel-, Tanz-, Reisepartner ebenso wie bei mir selbst. Weil es um nichts geht, gibt es aber auch keine Agenda, wann was wie zu geschehen hat. Weil das Spiel, der Tanz, die Reise seinen oder ihren eigenen Regeln folgt.

Wenn das Spiel, das wir spielen, wirklich Spaß macht, und auch der Partner, mit dem wir dieses Spiel spielen, es auf eine Weise spielt, die uns gut gefällt, dann ist es überhaupt nicht schlimm, wenn zwischendurch mal ein komischer Gedanke oder ein blödes Gefühl auftaucht, wenn irgendwas Aua macht, nicht so funktioniert wie gedacht oder der andere eine andere Idee hat als ich.

All das ist dann einfach nur ein Teil unseres gemeinsamen Spiels, unseres Tanzes oder unserer Reise durch unser gemeinsames Abenteuer- und Zauberland.

Übung: Mach dich locker!

Mach‘ dich locker. Nimm die Zähne auseinander und den Stock aus dem Arsch und bring‘ dich selbst und deine Liebste einfach öfter mal zum Lachen.

Erzähle ihm einen (guten!) schmutzigen Witz. Schneide ihr eine Grimasse. Antworte auf eine Frage im Lispelton oder mit russischem Akzent. Tu‘ etwas, womit er nicht rechnen würde. Überrasche dich vielleicht selbst damit. Zieh‘ etwas Ungewohntes an. Iss mit verbundenen Augen.

Erlaube dir selbst ein farbenfrohes und verspieltes Leben.

Und nimm’s mal nicht so schlimm, wenn etwas anders läuft als geplant oder gewollt. Sei dir stets bewusst: Manche unserer glücklichsten Erfahrungen haben sich eingestellt, nachdem wir gerade nicht bekamen, was wir eigentlich wollten.

Erst, wenn wir den Hang zur Kontrolle loslassen, finden wir Einlass in das Land der merkwürdigen und außergewöhnlichen Zufälle und Fügungen, Überraschungen und Wunder. Im Leben da draußen ganz ebenso wie im Schlafzimmer zu zweit.


Also published on Medium.